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Wie kann ich

Auf dieser Welt sein
Voll Bewegung,
Ohne Wünsche ?

Was beginn' ich

Voll von sünd'gen

Glutgedanken,
Glutgefühlen?

In die dunkle

Erdenscholle
Hauchte eine
Gottkraft Leben,
Und bewohnt sie
Nun als Herrin.

Von der Wiege

Bis zum Grabe
Hadernd kämpfen
Geist und Erde.

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Ewige Nacht

Verhüllt die Ferne.
Werd' ich einst

Jm tiefen Meere,

Einst im fernen

Himmel leben?

Mich erinnern

Was ich dachte,

Da ich lebte

Auf der Erde?

Oder wird

Mit mir begraben

Mein Erinnern

Und mein Denken?

Was im Tode

Wird mein Schicksal,
Du mein Schöpfer,
Herr des Weltalls?

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Ach, vor Zeiten wohl,
In der stillen Nacht
Sang die Nachtigall
Hier ihr klagend Lied!

Ach, vor Zeiten wohl,
Als Du blühend stand'st,
Suchten Freund und Feind
Schutz und Schatten hier!

Ach, vor Zeiten wohl,
Hier am Abend spät

Hielt'st Du mit dem Sturm
Grimmes Zwiegespräch !

Er entfaltet sein

Schwarz Gewölk zum Kampf,

Läßt den kalten Wind

Heulend auf Dich los.

Und Du rufft ihm zu, Rauschend schallt Dein Wort:

»Kehre um, kehr' um, Heule anderswo!«

Und er gellt und heult,
Dreht im Wirbel fich

Deine Brust erbebt,

Kühl durchschauert's Dich.

Doch Du raffst Dich auf
In gewalt'ger Wuth

Ringsum schaurig schallt's, Schaurig wiederhallt's.

Und die Windsbraut fährt Wie die Waldmaid auf, Und trägt ihr Gewölk Weithin über's Meer.

Ach, wo blieb, wo blieb Deine grüne Pracht? Trauernd stehst Du jezt, Ganz in Schwarz gehüllt,

Stumm und menschenscheu.
Nur wenn Stürme nahn,
Ringt ein Klaggestöhn
Aus der Bruft sich los.

So, Du dunkler Wald,
Tapfrer Held Bowá!
Rieb Dein Leben sich

Ganz im Kampfe auf.

Da das Sturmgewölk
Dich nicht bändigte,
Unterlagst zulegt

Du dem schwarzen Herbst.

Mächte feindlich wild Stürzten los auf Dich, Da Du wehrlos stand'st In der Zeit des Schlafs.

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