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P.

11. Пagaiά, gena, cheek.

1. Im mythologischen Sinne sagt Ovid. Fast. III, 403: cum croceis rorare genis Tithonia coniux coeperit. Shakspere spricht von den Wangen des Himmels, der Winde: Rich. II 3, 3 (Del. p. 66) the elements of fire and water, when their thundering shock at meeting tears the cloudy cheeks of heaven. Temp. 1, 2 (Del. p. 14): the sea mounting to the, welkin's cheek. Ebenso L. Tieck, Sternbald's Wanderungen p. 134: Prächtig mit Rubinen und Saphiren siehst du dort den Abendhimmel prangen, goldenes Geschmeide um ihn hangen, Edelsteine, Hals und Nacken zieren und in holder Gluth die schönen Wangen. Die Wangen der Winde K. Lear 3, 2 (Del. p. 72): blow, winds, and crack your cheeks. Die Wange des Meeres bei Lord Byron, The Giaour 3: Ocean's cheek reflects the tints of many a peak caught by the laughing tides, der Blumen, Tieck, Sternbald p. 135: dann küsst der Frühling die zarten Blumen Wangen, und scheidet und spricht: ich muss nun gehn. Da sterben sie alle am süssen Verlangen, dass sie mit welken Häuptern stehn. Die Wange des Ostens, des Morgens, des Tages, der Nacht: Shaksp. Sonn. 132 (Del. p. 180) and truly not the morning sun of heaven better becomes the grey cheeks of the east. Lord Byron, Harold 3, 98: The morn is up again, the dewy morn, with breath all incense, and with cheek all bloom, laughing the clouds away with playful scorn. Geibel, Juniuslieder p. 341: In kühler Morgenstunde, da der junge Tag mit rosenrothen Wangen noch auf den Bergen lag. Shaksp. Romeo 1, 5 (Del. p. 40) upon the cheek of night.

2. Von den Abstracten werden die Wangen des Neides (Livor) in einer Schilderung der ganzen Persönlichkeit erwähnt, in welcher auch andere Körpertheile vorkommen, von einem Dichter der Anthol. Lat. 1 p. 546: ut debet, sibi poena semper est. Testatur gemitu graves dolores; suspirat, fremit incutitque dentes. Sudat frigidus intuens quod odit. Effundit mala lingua virus atrum; pallor terribilis genas colorat; infelix macies renudat ossa. Mythisch sagte von der 4

Hense, Poet. Pers.

Pandora Macedon. 40, 5 (Jac. Anth. 4 p. 92) dè jvvý μetà πῶμα κατωχρήσασα παρειάς etc.

3. Die Wangen der Stadt bei Shakspere K. John 2, 1 (Del. p. 33): to save unscratch'd your city's threaten'd

cheeks.

Eine Wange wird schon von ben: νῆες μιλτοπάρχοι Π. 2, 636. νικοπαρῄους Od. 11, 124. 23, 271.

Homer dem Schiffe gege

Od. 9, 125; νέας φοι

Bei Pindar öfter die

Erzwange des Speeres, χαλκοπ'ραον ἄκοντα Pyth. 1, 12. 85. Nem. 7, 71.

12. Mvxτýę, Nase.

1. Von Naturgegenständen schreibt Göthe den Felsen Nasen zu im Faust:,, Felsennasen, wie sie schnarchen, wie sie blasen." Höchst eigenthümlich und dem Charakter Othellos entsprechend sind die Worte Shaksp. Othello 4, 2 (Del. p. 109): Heaven stops the nose at it and the moon winks: the bawdy wind, that kisses all it meets, is hush'd within the hollow mine of earth and will not hear it.

2. Scherzhaft wird von Aristophanes Eccl. 5 der Lampe eine Nase zugeschrieben. Die Lampe wird auch durch die Anrede der Praxagora, wie durch die Ausdrücke ὄμμα, γοναί und τύχαι zur Person: γονάς τε γὰρ σὰς καὶ τύχας δηλώσο μεν· τροχῷ γὰρ ἐλαθεὶς κεραμικῆς ῥύμης απο μυκτήρσι λαμπρὰς ἡλίου τιμὰς ἔχεις. Ueber μύξα, δίμυξος, vgl. Passow's Wörterbuch, über nares und nasus Forcellini s. v.

Dem Lampenlicht wird das Niesen zugeschrieben in einem Epigramme (adesp. 61, Jac. Anth. 4 p. 130): dŋ píλτατε λύχνε, τρὶς ἔπταρες. ἦ τάχα τερπνὴν ἐς θαλάμους ἥξειν Αντιγόνην προλέγεις; §ε Avtiyov пooλéyas; Ovid. Heroid. 19, 151 sternuit et lumen (posito nam scribimus illo), sternuit et nobis prospera signa dedit.

13. Zróμa, os, mouth.
Στόμα,

1. Zróua und os verloren frühzeitig die personificirende Kraft, und auf Flüsse, Meer, Hafen, Quellen angewandt, ent

sprechen sie dem deutschen Worte,, Mündung." Stellen in den Wörterbüchern von Passow und Forcellini. Ich erwähne nur Composita wie ἑκατόστομος, Eur. Bacch. 404 ἂν θ' ἑκα τόστομοι βαρβάρου ποταμοῦ ῥοαὶ καρπίζουσιν ἔνομβροι. Am meisten erhielt sich die Personification in solchen Stellen, wie Epigr. inc. 75 Αλφειοῦ στόμα φευγε, φιλεῖ κόλπους Αρεθούσης.

Bemerkenswerth ist der Ausdruck des Antip. Sidon. 68, 3 (Jac. Anth. 2 p. 25), wo Homer der nie alternde Mund des Weltalls genannt wird (ἀγήραντον στόμα κόσμου). Der Mund der Erde bei Rückert, Gedichte p. 162: Thu deinen Mund auf, Erd', und juble Lieder. In solchen Wendungen, wie Soph. Phil. 16 dioτoμos nέtoa, vgl. Ovid. Met. 13, 892 osque cavum saxi sonat exsultantibus undis, und Soph. Oed. C. 300 ἔνθα δίστομοι μάλιστα συμβάλλουσιν ἐμπόρων ὁδοί, ist die Personification erloschen. Dagegen tritt sie auf bei Shaksp. K. John 3, 4 (Del. p. 94), wo der Donner einen Mund erhält: o! that my tongue were in the thunders mouth, vgl. K. John 5, 2 (Del. p. 94) and mock the deep - mouth'd thunder. Mythisch ist der interessante Ausdruck bei Soph. Phil. 188 átve̟óoroμos ayó. Vgl. Göthe, Bergschloss: Es zeugte statt der Menge der Echo schallender Mund. Rückert, Gedichte p. 44: Mit sieben Zungen thut die Lilie sich kund und halbgeöffnet schweigt der Rose Knospenmund. Die Wunden des menschlichen Körpers haben einen Mund: Shaksp. Rich. III 1, 2 (Del. p. 26) dead Henry's wounds open their congeal'd mouths, vgl. Julius Caes. 3, 2 (Del. p. 71) show you sweet Caesar's wounds, poor, poor dumb mouth's and bid them speak for me und Henry IV I, 1, 3 (Del. p. 27) those mouthed wounds.

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2. Vom Frühlinge L. Tieck, Sternbald p. 134: Dann geht er und schläft im waldigen Grund und haucht den Athem aus den süssen, um seinen zarten rothen Mund im Grase Viol' und Erdbeer spriessen.

3. Geistige Verhältnisse und abstracte Begriffe erhalten einen Mund: mythisch ist Ibycus fr. 24 (Bergk) "Epidos μágyov oróμa, vgl. Virg. Aen: 1, 296 Furor impius intus saeva sedens super arma et centum vinctus aënis post tergum

nodis fremet horridus ore cruento. In den Ausdrücken στόμα Toléμov, voμims bei Hom. Il. 10, 8. 19, 313. 20, 359 ist Personification nicht anzunehmen. Bei Aeschyl. Prom. 683 kommt vor αἰολοστόμους χρησμούς, ibid. 989 σεμνόστομος μῦθος (womit γλῶσσα θρασύτομος und ἐλευθερόστομος bei Aesch. Ag. 1370 und Suppl. 911 zu vergleichen). Aehnlich Geibel, Juniuslieder p. 223: Mit bleichem Munde scheu durch die Gassen irrt die Trauerkunde.

Abstracta werden von Shaksp. durch mouth personificirt, wie die Geschichte, die Beleidigung, die Schulden; Henry V 1, 2 (Del. p. 31) either our history shall with full mouth speak freely of our acts; vgl. Geibel, K. Roderich p. 37 dass nicht künftig mit erznem Munde künde die Geschichte. Romeo 5, 3 (Del. p. 122) seal up the mouth of outrage; Timon 2, 2 (Del. p. 41) and what remains will hardly stop the mouth of present dues.

3. Von Gegenständen mechanischer Art erhalten ein oτóμa die Lanze, das Schwert; Soph. fr. 164 Dind. dogos διχόστομον πλᾶκτρον; Eur. Οr. 1303 δίστομα φάσγανα; Hel. 893, 1044 δίστομον ξίφος, Suppl. 1206 ὀξίστομον μάzaugav. Bemerkenswerth Eur. Meleag. fr. 14 (Wagner p. 275): χαιραν. πελέκεως δὲ δίστομον γένυν ἐπαλλ' Αγκαῖος. Die Trompete, Soph. Αj. 17 χαλκοστόμου κώδωνος; der Schiffsschnabel, Aesch. Pers. 424 μßólois xaλnooτóμois; die Angel, Theaetet. 1, 6 (Jac. Anth. p. 214) ἀγκίστρων ἰχθυπαγῆ στόματα. Von den Kanonen Shaksp. K. John 2, 2 (Del. p. 38) by east and west let France and England mount their battering cannon charged to the mouths, till their soul-fearing clamours have brawl'd down the flinty ribs of this contemptuous city.

Sehr häufig ohne Personification von den Thoren der Städte, Eurip. Phoen. 289, Suppl. 1221 έлτάστоμov пúγωμα, Bacch. 916 πόλισμ' ἑπτάστομον. Suppl. 401 ἑπτάστομo nihaι, vgl. Soph. fr. 701 (Nauck p. 238); über έntáлvLov oτóμa vgl. Schneidewin zu Soph. Ant. 119; vom Grabgewölbe Shaksp. Romeo 4, 3 (Del. p. 102); shall I not then be stifled in the vault, to whose foul mouth no healthsome air breathes in, vgl. Tit. Andr. 2, 4 (Del. p. 39) what subtle hole is this, whose mouth is cover'd with rude-growing

briers; von einem Gefäss στενόστομον τὸ τεῖχος Aesch. fr. 112 Herm. Entschieden dient oróua der Personification in einem Epigramm des Marc. Argentarius 18 (Jac. Anth. 2, p. 246), in welchem die Flasche mit Vorliebe und Zärtlichkeit von einem homo vinosus angeredet wird: Agrain ovvδειπνε, καπηλικὰ μέτρα φιλεῦσα, εὔλαλε, πρηΰγελως, εὔστομε, μακροφάρυγξ, αἰὲν ἐμῆς πενίης βραχυσύμβολο μύστι, λάyuvε etc. Ebenfalls personificirend ist oτóua für die Oelflasche in dem Epigramm des Philippus 11 (Jac. Anth. 2 p. 198): καὶ βραχυφεγγίτου λύχνου σέλας ἐκ βιοφειδοῦς (,, quae suis bonis parcit" Jacobs) has νον στόματι.

14.

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Χασμᾶσθαι, καταχρέμπτεσθαι.

Der Wursthändler in Arist. eq. 824 spricht vom Gähnen des Δημακίδιον: μιαρώτατος, ὦ Δημακίδιον, καὶ πλεῖστα πανούργα δεδρακώς, ὁπόταν χισμα etc. Der Chor redet die Muse an bei Arist. pac. 782: v (den Dichter Melanthius und seinen Bruder) καταχρεμψαμένη μέγα καὶ πλατύ, Μοῦσα θεά, μετ ̓ ἐμοῦ ξύμπαιζε τὴν ἑορτήν. Rückert, Gedichte p. 571: Und selbst die Berge schütteln ihre Glieder in Unmuth, dass sie dazu sind gedungen, euch auszuspei'n die Goldschlack' eures Jammers.

15. гhooa, tongue.

1. Wenn Satyrius Thuill. 2, 1 (Jac. Anth. 2 p. 252) ἄγλωσσος ̓Αχὼ μέλπεται sagt, so giebt Shakspere Romeo 2, 2 (Del. p. 53) dem Echo eine Zunge: else would I tear the cave, where echo lies, and make her airy tongue more hoarse than mine with repetition of my Romeo's name. Geibel, Juniuslieder p. 185: Es hat der Wald mit seinen grünen Zungen bis diesen Tag dasselbe Lied gesungen. Neue Gedichte p. 276: Sieh und plötzlich reckt sich hoch die Flamme, blitzt ihn an und spricht mit rothen Zungen.

2. Schön sind die Composita, in welchen geistigen Verhältnissen eine yhooa, offenbar im Sinne von Rede,

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