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3. Abstracte Begriffe werden häufig durch τροφός, θρέπτειρα, τιθήνη, nurse personificirt, z. Β. der Aufruhr, die Hoffnung, der Ackerbau, der Reichthum, die Gerechtigkeit, die Poesie, die Meinung, die Melancholie, das Verzeihen. My thisch ist Soph. OC. 1050: οὗ πότνιαι σεμνὰ τιθηνοῦνται τέλη θνατοῖσιν, Nonn. 3, 112 (bei O. Jahn, Peitho, die Göttin der Ueberredung p. 9) τερπομένην δὲ γάμοισι τιθηνήτειραν Ἐρώτων Πειθὼ πομπὸν ἔχεις, Eur. Bacch. 416 ὀλβοδότειραν Εἰρήναν, κουροτρόφον θεάν, vgl. Ovid. Fast. 1, 704 Pax Cererem nutrit: pacis alumna Ceres. Vgl. Tibull. 1, 10, 47 Pax aluit vites. Menander 95 (Mein. 4 p. 259) ειρήνη γεωργὸν κἀν πέτραις τρέφει καλῶς, πόλεμος δὲ κἀν πεδίῳ κακῶς. Orph. hymn. 12, 8 εἰρήνην κουροτρόφον, ἀγλαότιμον, vgl. 15, 12. 19, 22. Rein personificirend Shaksp. Henry V 5, 2 (Del. p. 116) the naked, poor, and mangled peace, dear nurse of arts, plenties and joyful births. Mythisch ist auch Hor. Carm. 4, 5, 18: nutrit rura Ceres almaque Faustitas und inc. tr. fr. 197 (Nauck p. 684) παμβῶτις τύχη. Die Musen heissen im orphischen Hymnus 76, 5 θρέπτειραι ψυχῆς. - Reine Personification ist bei Pind. fr. inc. 125 (Dissen): στάσις ἐπίκοτος, πενίας δότειρα, ἐχθρὰ κουροτρόφος. Pind. fr. 130 (Boeckh p. 672) γλυκεῖα οἱ καρδίαν ἀτάλλοισα γηροτρόφος συναορεῖ ἐλπίς, ἃ μάλιστα ενατῶν πολύστροφον γνώμαν κυβερνᾷ. Aristoph. fr. 2, 2 (Bergk bei Mein. fr. com. 2 p. 1065) Γεωργία εἰρήνης φίλης πιστὴ τροφός. Vgl. Xenoph. oec. 5, 17 τὴν γεωργίαν τῶν ἄλλων τεχνῶν μητέρα και τροφὸν εἶναι, vgl. Plato Pol. p. 267 D. Eine Stelle aus Plutarchs Schrift gegen den Reichthum, von Stobaeus p. 515 aufbewahrt, lautet: Αρκεσίλαος τὴν Πενίαν λυπρὰν μὲν ἔλεγεν εἶναι, ὡςπερ καὶ τὴν Ἰάκην, ἀγαθὴν δὲ κουροτρόφον, ἐθίζουσαν συνεῖναι λιτότητ καὶ καρτερίᾳ καὶ καθόλου γυμνάσιον ἀρετῆς ἔμπρακτον (Hofm. Peerlk. zu Hor. 1, 12 p. 51). Parmenio 10, 3 (Jac. Anth. 2 p. 156) μισῶ πλοῦτον ἄνουν, κολάκων τροφόν. Oppian. hal. 2, 680 δίκη θρέπτειρα πολήων. Die Poesie nannte ein unbekannter Tragiker (Nauck p. 690) ἀγαθὴν τιθήνην καὶ τροφὸν γνώμης νέας. Schiller, Die Künstler, von der Schönheit: Als in den weichen Armen dieser Amme

die zarte Menschheit noch geruht.

Inc. tr. fr. 722 (Nauck

p. 722) γνῶμαι γὰρ ἔργων τῶν ἐν ἀνθρώποις τροφοί. Shaksp. Taming of the shrew, Induct. 2 (Del. p. 26) melancholy is the nurse of frenzy. Measure for Measure 3, 1 (Del. p. 35) pardon is still the nurse of secund woe. Geibel, Juniuslieder p. 178: Drum gieb, ο Herr, dass ich die Lebensamme, die heilge Freiheit, nie mit jenem Weibe im blutig aufgeschürzten Kleid verdamme.

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Oft wird τρέφειν, βόσκειν mit einem Abstractum verbunden, in mythischer Färbung mit μοῖρα und τύχη. Soph. fr. 518, 3 (Dind.) βόσκει δὲ τοὺς μὲν μοῖρα δυσαμερίας, τοὺς δ ̓ ὄλβος ἡμῶν. Philemon 104 (Meineke fr. com. 4 p. 62) τὸν δὲ μόνον ὄντα καὶ κακή τύχη τρέφει. Simonid. fr. 1 (Bergk p. 501) ἐλπὶς δὲ πάντας κἀπιπειθίη τρέφει ἄπρηκτον ὁρμαίνοντας. Soph. fr. 687 (Dind.) ἐλπὶς γὰρ ἡ βόσκουσα τοὺς πολλοὺς βροτῶν. Eur. Phoen. 399 αἱ δ' ἐλπίδες βόσκουσι φυγάδας, ὡς λόγος. Die Scholien führen zu dieser Stelle das Sprichwort an: αἱ δ ̓ ἐλπίδες βόσκουσι τοὺς κενοὺς βροτῶν. Tibull. 2, 7, 3 Spes alit agricolas. Menand. Thess. 2 (Mein. 4 p. 133) εὐθυμία βέλτιστε τὸν δοῦλον τρέφει. Menand. mon. 460 (Mein. 4 p. 353) πένητας ἀργοὺς οὐ τρέφει ῥᾳθυμία. Pseudophocyl. 155 (Bergk p. 351) τέχνη μὲν τρέφει ἄνδρας. Umgekehrt sagt Eurip. bei Arist. ran. 944, er habe die Tragodie mit Monodien aufgenährt: εἶτ ̓ ἀνέτρεφον μονῳδίαις, vgl. mit dieser Ausdrucksweise Pindar. fr. 245 (Boeckh p. 676) Κῆρες ὀλβοθρέμμονες μεριμναμάτων ἀλεγεινῶν (Parcae curarum ditficilium, opibus enutritae) und Shaksp. Rich. III 2, 2 (Del. p. 59) I am your sorrow's nurse and I will pamper it with lamentation. Tieck, Fortunat p. 314: Die Lumpensippschaft stammt von Lug und Trug und Kargheit säugte sie an schlaffen Brüsten. Alexid. Tarent. 2, 7 (Mein. fr. com. 3 p. 483) Πυθαγορισμοὶ καὶ λόγοι λεπτοὶ διεσμιλευμέναι τε φροντίδες τρέφουσ ̓ ἐκείνους. Soph. fr. 521, 3 (Nauck p. 205) τερπνῶς γὰρ ἀεὶ πάντας ἁνοία τρέφει. Menand. fab. inc. 93, 2 (Mein. 4 p. 258) ἀπραξία γὰρ λιτὸν οὐ τρέφει βίον. Eur. Hipp. 369 ὦ πόνοι τρέφοντες βροτούς, vgl Soph. Trach. 114 fg. Aesch. Ch. 959 τρέφει δέ γ' ἀνδρὸς μόχθος

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ημένας ἔσω.

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Menand. mon. 445 (Mein. 4 p. 352) πоλοὺς τρέφειν εἴωθε ταδικήματα. Dionys. fab. inc. 3, 6 (Mein. p. 555) εἰσίν τινες νῦν οὓς τὸ βασκαίνειν τρέφει.

4. Von leblosen Gegenständen wird der Tisch durch 9 personificirt von Timocles bei Meineke fr. com. 3 p. 599 βίου τιθήνη τράπεζα. Den Blasebalg nennt Philipp. 13, 2 (Jac. Anth. 2 p. 198) πvoiоógovs ginidas. Den Thurm (Tower) redet Elisabeth bei Shaksp. Richard III 4, 1 (Del. p. 97) an: Pity, you ancient stones, those tender babes, whom envy hath immur'd within your walls: rough craddle for such little pretty ones: rude rogged nurse, old sullen play - fellow for tender princes, use my babies well! so foolish sorrow bids your stones farewell.

71. Αδελφός, αυτοκασίγνητος, frater, brother, διδυμάων, twin.

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1. Naturerscheinungen werden durch die Bezeichnung Bruder" personificirt, z. B. die Sonne, die Sterne, Winde, Flüsse, Pflanzen, Schlaf und Tod: Shaksp. Mids. 3, 2 (Del. p. 47) and that the moon may through the centre creep and so displease her brother's noontide with the Antipodes. Vom Abendsterne Geibel, Neue Gedichte p. 167: Der du am Sternenbogen als Erstling kommst gezogen, schön vor den Brüdern du. Juniuslieder p. 128: Lobpreisend im Azur ziehn die Stern' als Bruderwesen. Von den Winden Möricke, Gedichte p. 74: Kommen andere noch, unsere Brüder. Bei Stephan. Byz. in Εὐφρατίς steht: ἐλέγοντο αὐτὸς καὶ Ἀράξης ἀδελφοί, δέοντες ἐξ ὄρους Αρμενίας. Vgl. Göthe, Mahomets Gesang, vom Felsenquell: Durch die Gipfelgänge jagt er bunten Kieseln nach und mit frühem Führertritt reisst er seine Bruderquellen mit sich fort. Nun tritt er in die Ebene silberprangend und die Ebene prangt mit ihm und die Bäche von den Bergen jauchzen ihm und rufen: Bruder, Bruder, nimm die Brüder mit, mit zu deinem alten Vater, zu dem ew'gen Ocean, der mit ausgespannten Armen unser wartet. Hölderlin 1, 48 vom Main: Wallst du von deinem Morgen zum Abend fort, dem Bruder zu, dem Rhein,

Lenau, Gedichte p. 448: Lenz, wie dich und deine Wonnen Stürme zur Nachtgleiche melden, hat dein Bruder Geistesfrühling sich vorausgesandt den Helden. Von Pflanzen und Bäumen: Shaksp. Haml. 3, 4 (Del. p. 101) like a mildew'd ear, blasting his wholesome brother. Bei Geibel, Neue Gedichte p. 45, redet die Linde den Eichbaum an: Bruder, hast Recht; sind sie nicht Thoren? Schlummer und Schlaf sind Brüder bei Göthe, Die Geschwister: Schlummer und Schlaf, zwei Brüder, zum Dienste der Götter berufen. Schlaf und Tod sind Brüder oder Zwillingsbrüder bei Hom. Il. 14, 232; 16, 672: Ὕπνῳ καὶ Θανάτῳ διδυμαόσιν, Hesiod. th. 756. In dem orphischen Hymnus 85, 8 wird der Schlaf genannt αὐτοκασίγνητος Λήθης Θανάτου τε. Vgl. Lenau, Gedichte p. 463: Schlaf und Tod als Zwillingsbrüder standen oft auf einem Bilde. Lord Byron, Sardanapalus 4, 1 Oh, thou God of Quiet! whose reign is o'er seal'd eyelids and soft dreams, or deep, deep sleep, so as to be unfathom'd, look like thy brother, Death so still, so stirless for then we are happiest of all within the realm of thy stern, silent, and unawakening twin. Die Liebe sagt bei Rückert, Gedichte p. 13: Stärk're (Flügel) giebt mein stärk'rer Zwillingsbruder Tod dir einst. Zwillingsbrüder heissen auch Ipswich und Oxford bei Shaksp. Henry VIII 4, 2 (Del. p. 97): Ever witness for him those twins of learning, that he rais'd in you, Ipswich and Oxford.

2. Von abstracten Begriffen wird die Furcht durch frater personificirt bei Claudian. de laud. Stil. 2, 373: lictorque Metus cum fratre Timore. Vgl. Aesch. Eum. 681 qóBos ovyyerys. Lenau, Gedichte p. 31: Es ist der Glaube vielleicht sein Bruder. Henry V 4, 1 (Del. p. 86) o hard condition! twin-born with greatness, subject to the breath of every fool. Wichtig Antonius and Cleop. 3, 8 (Del. p. 83): when ventage like a pair of twins appear'd, both as the same, or rather ours the elder. Henry IV II, 4, 1 (Del. p. 75) my brother general the commonwealth. Wir erwähnen hier beiläufig den Ausdruck sworn brother (Bundesbruder), der öfter bei Shakspere personificirend gebraucht ist: Winter's Tale 4, 3 (Del. p. 97) what a Fool honesty is! and Trust

his sworn brother, a very simple gentleman (Del. p. 87) I am sworn brother, sweet, to grim necessity. Coriol. 2, 3 (Del. p. 63) I will flatter my sworn brother the people.

3. Bei Pollianus 5, 3 (Jac. Anth. 3 p. 147) heisst ein Gemälde des Polyklet Ἥρας ἀδελφὸν ἔργον. Der Brief ist Zwillingsbruder bei Shaksp. Merry wives 2, 1 (Del. p. 35): here is the twin brother of thy letter.

72. Κάσις, κασιγνήτη, ἀδελφή, soror, sister.

1. Von der Natur selbst heisst es bei Lenau, Gedichte 2 p. 303: Die Natur, die offenbare, traulich sich mit ihm verschwisternd (mit Merlin). Von Naturgegenständen wird der Mond sister genannt: Shaksp. Tim. of Ath. 4, 3 (Del. p. 69) o blessed breeding sun! draw from the earth rotten humidity; below thy sister's orb infect the air. Vgl. Göthe, An Luna: Schwester von dem ersten Licht, Bild der Zärtlichkeit in Trauer. Von der Morgenröthe Geibel, Juniuslieder p. 373: Schweifst du noch immer dort oben, du von den Töchtern des Himmels mir die freundlichste, Abendröthe! Oder naht schon von ferne Tagverkündend die prangende Schwester, die mit Rosenfingern die Rosse des Helios anschirrt? Die Farben sagen von sich in Schillers

Räthsel 9: Wir stammen unser sechs Geschwister von einem wundersamen Paar, die Mutter ewig ernst und düster, der Vater fröhlich immerdar. Von der Luft Hölderlin, Hyperion (I p. 46): o Schwester des Geistes, der feurig in uns waltet und lebt, heilige Luft. Bei Schiller (Räthsel 11) sagt der Funke von sich: Wenn die mächtige Schwester sich zu mir gesellt. Durch záois wird der Rauch personificirt: Aesch. Sept. 489 λιγνὺν μέλαιναν, αἰολὴν πυρὸς κάσιν. Shaksp. A lover's complaint 1 (Del. p. 193) from off a hill whose concave womb reworded a plaintful story from a sistering vale. Der Staub wird Schwester genannt: Aesch. Ag. 477 μagrvoeĩ dé μοι κάσις πηλου ξύνουρος, διψία κόνις. Vgl. Hipponax im Etym. M. 204, 29 Bolßitov zαovýτyv. Aus der Pflanzenwelt heisst der Feigenbaum συκῆ μέλαινα ἀμπέλου κασιγνήτη

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