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wolle das seiner Herrschaft zugefallene Glück sich zu Gute kommen lassen, da seine Feuerwacht den besten Wurf gethan (τρὶς ἓξ βαλούσης τῆςδε μοὶ φρυκτωρίας), eine um so geläufigere Anschauung, da auch den Göttern Würfel zugeschrieben wurden, wie dem Zeus, Ares u. a., vgl. die sprichwörtlich gewordene Sentenz des Sophocl. fr. 763 Dind.: ἀεὶ γὰρ εὐ πίπτουσιν οἱ Διὸς κύβοι, Aesch. Sept. 410 ἔργον δ' ἐν κύβοις Αρης κρινεῖ, Rhesus 183 ψυχὴν προβάλλοντ' ἐν κύβοισι δαίμονος, Hom. Od. 1, 234 νῦν δ' ἑτέρως ἐβάλοντο θεοὶ κακὰ μητιόωντες (von Eustath. ἐκ μεταφορᾶς τῶν κύβων erklärt).

56. Ανήρ, ἄνθρωπος, woman.

1. Durch άvýg etc. werden Naturgegenstände personificirt, in dieses Gebiet gehört die cynische Stelle bei Arist. eccl. 361: νῦν μὲν γὰρ οὗτος βεβαλάνωκε τὴν θύραν, ὅστις ποτ' ἔστ' ἄνθρωπος Αχραδούσιος (vgl. ἀχράς ibid. 355), vgl. eccl. 316 ὁ δ' ἤδη τὴν θύραν ἐπεῖχε κρούων ὁ Κοπρεαῖος. Die Stelle in Aesch. Ch. 154 αναλυτὴς τίς δόμων δορυσθε νὴς ἀνὴρ Σκύθης wird von Blomfield nach dem Vorgange Bothe's so erklärt, dass ἀνὴρ Σκύθης personificirend gefasst wird: „ δορυσθενὴς ἀνὴρ Σκύθης nihil aliud est quam ferri prosopopoeia, quod verissime adnotavit Botheus." Die Sache ist aber mehr als zweifelhaft und die Stelle bedarf der kritischen Heilung. Beiläufig erwähne ich, dass Arist. vesp. 918 einen Hund ἀνήρ nennt: θερμὸς γὰρ ἀνὴρ οὐδὲν ἧττον τῆς φακῆς, vgl. ibid. 922 μὴ νῦν ἀφῆτε γ' αὐτόν, ὡς ὄντ ̓ αὖ πολὺ κυνῶν ἁπάντων ἄνδρα μονοφαγίστατον.

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2. Von Zeitverhältnissen, wie von den Jahren, dem Alter heisst es bei Göthe: Die Jahre sind allerliebste Leut'; sie brachten gestern, sie bringen heut. Personificirend sagt Göthe vom Alter: Das Alter ist ein höflich Mann, mal übers andere klopft er an; aber nun sagt Niemand herein und vor der Thüre will er nicht sein; da klinkt er auf, tritt ein so schnell, und nun heisst's, er sei ein grober Gesell.

3. Von Abstracten wird der Krieg durch avý personifcirt: Arist. Ach. 942 οὐδέποτ' ἐγὼ πόλεμον οἴκαδ ̓ ὑποδέξομαι, οὐδὲ παρ' ἐμοί ποτε τὸν Αρμόδιον ᾄσεται ξυγκατακλινείς, ὅτι παροίνιος ἀνὴρ ἔφυ. Wichtig ist Göthe, Tasso p. 121: Zufriedenheit, Erfahrung und Verstand und Geisteskraft, Geschmack und reiner Sinn für's wahre Gute, geistig scheinen sie in seinen Liedern und persönlich doch wie unter Blüthenbäumen auszuruhn. Der Phantasus und der Verstand wird personificirt von Tieck und Rückert. Sternbald p. 365: Wer ist dort der alte Mann in einer Ecke fest gebunden? Der Alte ist verdrüsslich, um ihn in tausend Falten ein weiter Mantel geschlagen. Es ist der launige Phantasus, ein wunderlicher Alter u. s. w. Rückert, Gedichte p. 108: Der Verstand seitwärts stand, ein proportionirter Mann, sah das tolle Spiel mit an. Ebenso personificirend ist die Bezeichnung, Weib": Shaksp. Hamlet 1, 2 Frailty, thy name is woman, vgl. Lord Byron, Marino Faliero 5, 1: Fortune is female: from my youth her favours were not withheld, the fault was mine to hope her former smiles again at this late hour. Geibel, Juniuslieder p. 368: Launisch nennst du Fortunen, ein Weib nur ist sie, den dringend Werbenden flieht sie. Rückert, Gedichte p. 108: Phantasie, das ungeheure Riesenweib, sass zu Berg. Aristophanes redet die Muse als ein Acharnerweib an Acharn. 639: deugo Moto' ἐλθὲ φλεγυρά, πυρὸς ἔχουσα μένος, ἔντονος Αχαρνική. Geibel, Gedichte p. 296, von der Einsamkeit: Du warst es, göttlich Weib, die mir von alten Zeiten, von Hellas Glanz erzählt an Suniums Klippenstrand. Vgl. Göthe, Hans Sachsens poetische Sendung: Da tritt herein ein junges Weib, mit voller Brust und rundem Leib, kräftig sie auf den Füssen steht, grad, edel vor sich hin sie geht, ohne mit Schlepp und Steiss zu schwenzen oder mit den Augen herum zu scharlenzen. Man nennt sie thätig Ehrbarkeit, sonst auch Grossmuth, Rechtfertigkeit. Lenau, Gedichte p. 130 von Deutschland: dort sass erhöht in einer Nische, schweigend, ein Weib, ehrwürdiger Gestalt, und schien, ihr Haupt hinab zur lauten Bühne neigend, zu lauschen.

57. Bride, to woo, to betroth.

1. Naturerscheinungen werden durch die Bezeichnung des Brautverhältnisses personificirt; die Natur selbst von Lenau, Gedichte 2 p. 300: Sehnsüchtig zieht entgegen Natur auf allen Wegen als schöne Braut im Schleier dem Geiste, ihrem Freier. Lenau, Gedichte 1 p. 137: Da hören recht wir's, wenn die Winde brausen, wenn unser Schätzel kommt, die Wetternacht. Die Erde, Länder, Städte: Rückert, Gedichte p. 41: Wenn zur harrenden Erdenbraut mit Liebkosen der Frühling kehrt. Geibel, Juniuslieder p. 19: Deutschland, die schön geschmückte Braut, schon schläft sie leis' und leiser, wann weckst du sie auf mit Trommellaut, wann führst du sie heim, mein Kaiser? Lenau, Gedichte 2 p. 187: Danubius, der starke Riese, hat schon längst gebuhlt um diese schöne Stadt. Er springt nach seiner Braut mit offenen Armen. Bei Rückert, Gedichte p. 89 spricht der Strom: Und wenn du denn das Quellchen bist und wenn ich dir gefalle, so sei mir froh als Braut gegrüsst und komm in meine Halle. Rückert, Gedichte p. 20: Der Himmel ein saphirnes Dach der Flur smaragdnem Brautgemach, wo sich im Spiegel von Krystallen schaut Rose Braut mit Wohlgefallen. Das Echo sagt von sich bei Rückert, Gedichte p. 141: Einst fühlt ich mich als eine Braut entzückt. Lenau, Gedichte 1 p. 126: Wie mir das Leben einst so hold, so traut, umsäuselt von Hesperiens Blütenbäumen, entgegentrat als eine holde Braut. Ein Schleier hielt das Liebchen mir umschlungen. Lenau, Gedichte 2 p. 468: Hochzeit ist in diesem Zelte, mit der Pest bin ich getraut; furchtbar war Johannes Ziska, furchtbar auch ist seine Braut. Die Finsterniss des Todes wird als Braut begrüsst bei Shaksp. Measure for Measure 3, 1 (Del. p. 54): if I must die, I will encounter darkness as a bride and hug it in mine arms. Lenau, Gedichte 1 p. 311: Da ward des Traumes kalte Braut (die Verwesung) am schweigenden Altare dem Jüngling wirklich angetraut auf seiner Todtenbahre.

2. Mythisch ist Bellona Braut, indem bei Shaksp. Makb. 1, 2 (Del. p. 22) ihr Bräutigam (Bellona's bridegroom)

genannt wird. Bei Rückert, Gedichte p. 81 wird Catulls Lied an Lesbia (51) Braut genannt: Das Lied war aufgeschlagen, leicht Romas schönste Braut, obgleich nur übertragen aus Sapphos weichem Laut. Geibel, Juniuslieder p. 58: Heil dir Freiheit, meine Braut. Lenau, Gedichte 2 p. 446 von Ziska: Seine Brautfahrt gilt der Freiheit, Ziska bringt als Mor

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Lenau, Faust p. 24:

gengabe seinen Leichenschatz ihr dar. Wie du in heisser Lieb entflammt für deine räthselhafte Braut (die Wahrheit), p. 25: für's holde Liebchen Veritas. Lenau, Gedichte 1 p. 29: Deine Braut heisst Qual, den Segen spricht das Unglück über euch. Ibid. 2 p. 206: Was ist die Gefahr? sein (des Husaren) herzliebster Schatz.

3. Von mechanischen Gegenständen wird Braut genannt z. B. die Fahne und der Strick: Geibel, Neue Gedichte p. 19: die Fahne will ich führen, die Fahne, meine Braut. P. Heyse, Die Braut von Cypern p. 70: Seht ihr's mit an, dass zwölf blutjunge Seelen sich morgen mit des Seilers Braut vermählen?

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Wir erwähnen hier noch den personificirenden Gebrauch von to wo0. Das griechische uvão9au in solchen Wendungen, wie bei Pindar. fr. 190 (Bergk) qiλorquíav uváμεvo v лóLeoiv avdoes notάow, verlor die Bedeutung „freien." Energisch tritt diese Personification hervor bei Rückert, Gedichte p. 20: Der Morgenwind, ihr (der Rose) kecker Freier, küsst sie erröthend unterm Schleier. Geibel, Neue Gedichte p. 155: Wein, der glühende Freier, o wie schmeichelt er traut! feurig hebt er den Schleier meiner Seele, der Braut. Oefter vom Tode: Eichendorf, Ezelin von Romano p. 44: Ein wüster Freiersmann der Tod! hat sich sein Bräutchen in dem Graun der Schlacht geholt. Vgl. Lenau, Gedichte 1 p. 184: Deine Reize lockten den Tod, er kam, er hält dich umarmet. Magazin für die Literat. des Auslandes 1867 p. 193: Kamen endlich drei Bewerber, wie die Mutter mir gesungen: Sorge steckte mir den Ring an, Thränen brachten mir das Brauttuch, bald naht auch der Tod als Dritter, mich als Liebchen heimzuführen. To woo ist personificirend gebraucht bei Shaksp. vom Winde: Romeo 1, 4 (Del. p. 38) and more inconstant than the wind, who wooes even now the frozen bosom of the

Hense, Poet. Pers.

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north, and, being anger'd, puffs away from thence, turning his face to the dew-dropping south. Von Edelsteinen: Richard III 1, 4 (Del. p. 45) reflecting gems, that woo'd the slimy bottom of the deep, and mock'd the dead bones that lay scatter'd by. Das Gold wird von Timon of Ath. 4, 3 (Del. p. 84) angeredet: thou ever young, fresh, lov'd, and delicate wooer, whose blush doth thaw the consecrated snow that lies on Dian's lap! thou visible god, etc. In Bezug auf Abstracta vgl. Timon 3, 4 (Del. p. 50): but his occasions might have woo'd me first. Henry VIII 3, 1 (Del. p. 107) and woo your own destruction. Henry IV 1, 5, 1 and, from this swarm of fair advantages, of fair advantages, you took occasion to be quickly woo'd to gripe the general sway into your

hand.

Auch to betroth ist als personificirend zu erwähnen: Shaksp. Much ado 1, 3 (Del. p. 20) what is he for a fool that betroths himself to unquietness?

58. Maritus, maritare, nubere, coniux, vvuqevεiv, γάμος, γαμεῖν, to wed, to marry, γυνή, νύμφη, σύλλεκτρος.

1. Das Verhältniss des yάuos wird auf Himmel und Erde übertragen von Aeschylus, Danae 45 (Herm. 1 p. 320): ἐρᾷ μὲν ἁγνὸς οὐρανὸς τρῶσαι χθόνα, ἔρως δὲ γαῖαν λαμBávεi yaμov tvɣeiv. Vgl. Geibel, Gedichte p. 38: Der Himmel selbst ist tief herabgesunken, dass liebend er der Erde sich vermähle. Von der Erde sagt Colum. 10, 157: alma sinum tellus iam pandet adultaque poscens semina depositis cupiet se nubere plantis. Maritus, maritare werden häufig in Bezug auf Pflanzen gebraucht; vermählt werden die Pappeln und Ulme mit der Rebe: Hor. epod. 2, 10 ergo aut adulta vitium propagine altas maritat populos. Catull. 62, 54 at si forte eadem (vitis) est ulmo coniuncta marito. Ebenso die Verbindung von coniux und nubere: Vomanus in der Anth. lat. 1, 533 (Meyer 1 p. 137) fecunda vitis coniuges® ulmos gravat. Manil. 5, 238 et te, Bacche, tuas nubentem

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