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dighépai, wie dem Zeus, zugeschrieben, vgl. Eur. Melan. fr. 3, Valck. Diatrib. p. 118, Jac. Anth. 11 p. 142, Paul. Silent. 24, 5 (Jac. Anth. 4 p. 49). Bemerkenswerth das Sprichwort bei Zenobius 4, 11 (Schneidew. und Leutsch, Paroemiogr. Gr. p. 87) Ζευς κατείδε χρόνιος εις τας διφθέρας, vgl. εκ των diós détov é uágtus ibid. p. 291 not. 29. Die Nemesis trägt übermüthige Worte in ihr Gedenkbuch ein: Callim. hymn. in Cerer. 57 Νέμεσις δε κακάν εγράψατο φωνάν. . .

. Vgl. Aesch. Prom. 789 (Herm.) ooi roõtov, 'Ioi, nokódovov πλάνην φράσω, ήν εγγράφου συ μνήμoσιν δέλτοις φρενών. Soph. Triptol. fr. 8 (Nauck p. 209) JÈS v Poevos délτοισι τους έμούς λόγους. Vgl. Aesch. Εum. 270 μέγας γαρ Aidns δελτογράφω πάντ' επωπα φρενί. Aesch. Suppl. 678 τρίτον τόδ' εν θεσμίοις δίκας γέγραπται μεγιστοτίμου.

Naturerscheinungen und Abstracta werden ferner personificirt, indem ihnen eine Laute, Harfe und drgl. zugeschrieben wird. So die Natur, die Sonne, der Lenz, der Wind: Geibel, Gedichte und Gedenkblätter p. 41: Das ist's, was süssen Trost mir bringt und Jugendmuth im Alter, dass mir, Natur, noch hell erklingt dein tausendstimmiger Psalter. Hölderlin 1 p. 27 von der Sonne: denn eben ist's, dass ich gelauscht, wie goldner Töne voll der entzückende Götterjüngling sein Abendlied auf himmlischer Harfe spielt. Geibel, Gedichte p. 249: Da kam der Lenz und harfte mit den Winden ein Stück dazwischen. Juniuslieder p. 90: Dazu die Harfe rührt der müde Wind. Neue Gedichte p. 33 (Salamis): Doch harfet Heldenlieder der Wind um deines Felsens Zackenkronen. Ebenso Abstracta: Göthe, Tasso 121: Indess auf wohlgestimmter Laute wild der Wahnsinn hin und her zu wühlen scheint und doch im schönsten Tact sich mässig hält. Geibel, Neue Gedichte p. 159: Doch sitzt an ihrer Thürme Scharten die Sage harfend noch, die Wundermaid. Juniuslieder p. 202: Wohl mag dich, Mutter (die Sprache), fassen drob ein Staunen, doch zage nicht! Nein, greif auf deinem Psalter ein wehrhaft Lied.

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Eine durch Erwähnung des Würfelspiels gebildete Personification ist bei Aesch. Ag. 32, wo der Wächter sagt, „er

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wolle das seiner Herrschaft zugefallene Glück sich zu Gute kommen lassen, da seine Feuerwacht den besten Wurf gethan (τρίς εξ βαλούσης τηςδε μοι φρυκτωρίας), eine um 80 gelau

so figere Anschauung, da auch den Göttern Würfel zugeschrieben wurden, wie dem Zeus, Ares u. a., vgl. die sprichwörtlich gewordene Sentenz des Sophocl. fr. 763 Dind.: dɛi yào xử πίπτουσιν οι Διός κύβοι, Aesch. Sept. 410 έργον δ' εν κύβοις 'Αρης κρινεί, Rhesus 183 ψυχήν προβάλλοντ' εν κύβοισι δαίμονος, Ηom. Οd. 1, 234 νύν δ' ετέρως εβάλοντο θεοί κακά μητιόωντες (von Eustath. έκ μεταφοράς των κύβων erklärt).

56. Ανήρ, άνθρωπος, Wom a n.

.

1. Durch ávne etc. werden Naturgegenstände personificirt, in dieses Gebiet gehört die cynische Stelle bei Arist. eccl. 361: νύν μεν γαρ ούτος βεβαλάνωκε την θύραν, όστις ποτ' έστάνθρωπος 'Αχραδούσιος (vgl. αχράς ibid. 355), vgl. eccl. 316 ο δ' ήδη την θύραν επείχε κρούων και Κοπρεαίος. Die Stelle in Aesch. Ch. 154 αναλυτήρ τίς δόμων δορισθενής ανήρ Σκύθης wird von Blomfield nach dem Vorgange Bothe's so erklärt, dass dvng Snúens personificirend gefasst wird: η δορυσθενής ανήρ Σκύθης nihil aliud est quam ferri

: prosopopoeia, quod verissime adnotavit Botheus.“ Die Sache ist aber mehr als zweifelhaft und die Stelle bedarf der kritischen Heilung. Beiläufig erwähne ich, dass Arist. vesp. 918 einen Hund ανήρ nennt: θερμός γαρ ανήρ ουδέν ήττον της φακής, vgl. ibid. 922 μή νύν αφήτε γ' αυτόν, ως όντ' αυ πολύ κυνών απάντων άνδρα μονοφαγίστατον.

2. Von Zeitverhältnissen, wie von den Jahren, dem Alter heisst es bei Göthe: Die Jahre sind allerliebste Leut'; sie brachten gestern, sie bringen heut. Personificirend sagt Göthe vom Alter: Das Alter ist ein höflich Mann, einmal übers andere klopft er an; aber nun sagt Niemand herein und vor der Thüre will er nicht sein; da klinkt er auf, tritt ein so schnell, und nun heisst's, er sei ein grober Gesell.

3. Von Abstracten wird der Krieg durch dvíg personifcirt: Arist. Ach. 942 ουδέποτ' εγώ πόλεμον οίκαδ' υποδέξομαι, ουδε παρ' εμοί ποτε τον Αρμόδιον άσεται ξυγκατακλινείς, ότι παρoίνιος ανήρ έφυ. Wichtig 1st Göthe, Tasso p. 121: Zufriedenheit, Erfahrung und Verstand und Geisteskraft, Geschmack und reiner Sinn für's wahre Gute, geistig scheinen sie in seinen Liedern und persönlich doch wie unter Blüthenbäumen auszuruhn. Der Phantasus und der Verstand wird personificirt von Tieck und Rückert. Sternbald p. 365: Wer ist dort der alte Mann in einer Ecke fest gebunden? Der Alte ist verdrüsslich, um ihn in tausend Falten ein weiter Mantel geschlagen. Es ist der launige Phantasus, ein wunderlicher Alter u. 8. w. Rückert, Gedichte p. 108: Der Verstand seitwärts stand, ein proportionirter Mann, sah das tolle Spiel mit an. - Ebenso personificirend ist die Bezeichnung Weib“: Shaksp. Hamlet 1, 2 Frailty, thy name is woman, vgl. Lord Byron, Marino Faliero 5, 1: Fortune is female: from my youth her favours were not withheld, the fault was mine to hope her former smiles again at this late hour. Geibel, Juniuslieder p. 368: Launisch nennst du Fortunen, ein Weib nur ist sie, den dringend Werbenden flieht sie. Rückert, Gedichte p. 108: Phantasie, das ungeheure Riesenweib, sass zu Berg. Aristophanes redet die Muse als ein Acharnerweib an Acharn, 639: SEīgo Moto ελθε φλεγιρά, πυρός έχουσα μένος, έντονος Αχαρνική. Geibel, Gedichte p. 296, von der Einsamkeit: Du warst es, göttlich Weib, die mir von alten Zeiten, von Hellas Glanz erzählt an Suniums Klippenstrand. Vgl. Göthe, Hans Sachsens poetische Sendung: Da tritt herein ein junges Weib, mit voller Brust und rundem Leib, kräftig sie auf den Füssen steht, grad, edel vor sich hin sie geht, ohne mit Schlepp und Steiss zu schwenzen oder mit den Augen herum zu scharlenzen. Man nennt sie thätig Ehrbarkeit, sonst auch Grossmuth, Rechtfertigkeit. Lenau, Gedichte p. 130 von Deutschland: dort sass erhöht in einer Nische, schweigend, ein Weib, ehrwürdiger Gestalt, und schien, ihr Haupt hinab zur lauten Bühne neigend, zu lauschen.

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1. Naturerscheinungen werden durch die Bezeichnung des Brautverhältnisses personificirt; die Natur selbst von Lenau, Gedichte 2 p. 300: Sehnsüchtig zieht entgegen Natur auf allen Wegen als schöne Braut im Schleier dem Geiste, ihrem Freier. Lenau, Gedichte 1 p. 137: Da hören recht wir's, wenn die Winde brausen, wenn unser Schätzel kommt, die Wetternacht. Die Erde, Länder, Städte: Rückert, Gedichte

P. 41: Wenn zur harrenden Erdenbraut mit Liebkosen der Frühling kehrt. Geibel, Juniuslieder p. 19: Deutschland, die schön geschmückte Braut, schon schläft sie leis' und leimer, wann weckst du sie auf mit Trommellaut, wann führst du sie heim, mein Kaiser? Lenau, Gedichte 2 p. 187: Danubius, der starke Riese, hat schon längst gebuhlt um diese schöne Stadt. Er springt nach seiner Braut mit offenen Armen. Bei Rückert, Gedichte p. 89. spricht der Strom: Und wenn du denn das Quellchen bist und wenn ich dir gefalle, 80 sei mir froh als Braut gegrüsst und komm in meine Halle. Rückert, Gedichte p. 20: Der Himmel ein saphirnes Dach der Flur smaragdnem Brautgemach, wo sich im Spiegel von Krystallen schaut Rose Braut mit Wohlgefallen. Das Echo sagt von sich bei Rückert, Gedichte p. 141: Einst fühlt ich mich als eine Braut entzückt. Lenau, Gedichte 1 p. 126: Wie mir das Leben einst so hold, so traut, umsäuselt von Hesperiens Blütenbäumen, entgegentrat als eine holde Braut. Bin Schleier hielt das Liebchen mir umschlungen. Lenau, Gedichte 2 p. 468: Hochzeit ist in diesem Zelte, mit der Pest bin ich getraut; furchtbar war Johannes Ziska, furchtbar auch ist seine Braut. Die Finsterniss des Todes wird als Braut begrüsst bei Shaksp. Measure for Measure 3, 1 (Del. p. 54): if I must die, I will encounter darkness as a bride and hug it in mine arms. Lenau, Gedichte 1 p. 311: Da ward des Traumes kalte Braut (die Verwesung) am schweigenden Altare dem Jüngling wirklich angetraut auf seiner Todtenbahre.

2. Mythisch ist Bellona Braut, indem bei Shaksp. Makb. 1, 2 (Del. p. 22) ihr Bräutigam (Bellona's bridegroom)

genannt wird. Bei Rückert, Gedichte p. 81 wird Catulls Lied an Lesbia (51) Braut genannt: Das Lied war aufgeschlagen, leicht Romas schönste Braut, obgleich nur übertragen aus Sapphos weichem Laut. Geibel, Juniuslieder p. 58: Heil dir Freiheit, meine Braut. Lenau, Gedichte 2 p. 446 von Ziska: Seine Brautfahrt gilt der Freiheit, - Ziska bringt als Mor

, gengabe seinen Leichenschatz ihr dar. Lenau, Faust p. 24: Wie du in heisser Lieb entflammt für deine räthselhafte Braut (die Wahrheit), p. 25: für's holde Liebchen Veritas. Lenau, Gedichte 1 p. 29: Deine Braut heisst Qual, den Segen spricht das Unglück über euch. Ibid. 2 p. 206: Was ist die Gefahr? sein (des Husaren) herzliebster Schatz.

3. Von mechanischen Gegenständen wird Braut genannt z. B. die Fahne und der Strick: Geibel, Neue Gedichte p. 19: die Fahne will ich führen, die Fahne, meine Braut. P. Heyse, Die Braut von Cypern p. 70: Seht ihr's mit an, dass zwölf blutjunge Seelen sich morgen mit des Seilers Braut vermählen?

Wir erwähnen hier noch den personificirenden Gebrauch von to woo. Das griechische uvão fai in solchen Wendungen, wie bei Pindar. fr. 190 (Bergk) φιλοτιμίαν μνώμενοι εν πόheolv ävdpɛs û ordoiv, verlor die Bedeutung „freien.“ Energisch tritt diese Personification hervor bei Rückert, Gedichte p. 20: Der Morgenwind, ihr (der Rose) kecker Freier, küsst sie erröthend unterm Schleier. Geibel, Neue Gedichte p.

155: Wein, der glühende Freier, o wie schmeichelt er traut! feurig hebt er den Schleier meiner Seele, der Braut.

Oefter vom Tode: Eichendorf, Ezelin von Romano p. 44: Ein wüster Freiersmann der Tod! hat sich sein Bräutchen in dem Graun der Schlacht geholt. Vgl. Lenau, Gedichte 1 p. 184: Deine Reize lockten den Tod, er kam, er hält dich umarmet. Magazin für die Literat. des Auslandes 1867 p. 193: Kamen endlich drei Bewerber, wie die Mutter mir gesungen: Sorge steckte mir den Ring an, Thränen brachten mir das Brauttuch, bald naht auch der Tod als Dritter, mich als Liebchen heimzuführen. To woo ist personificirend gebraucht bei Shaksp. vom Winde: Romeo 1, 4 (Del. p. 38) and more inconstant than the wind, who wooes even now the frozen bosom of the Hense, Poet. Pers.

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