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Der Nacht wird eine Binde zugeschrieben von Shaksp. Macb. 3, 2 (Del. p. 73): come, seeling night, scarf up the tender eye of pitiful day.

Das Epitheton zovσάμлv haben die Horen, die Musen, die Lachesis (Pind. Ol. 7, 64), bei Xenocles fr. 1 (Nauck p. 597) τúzαι xqvσάμлveç, vgl. Shaksp. Haml. 2, 2 (Del. p. 58) on fortunes cap we are not the very bottom. Vom Eros Anacreon, fr. 65 (Bergk): tòv "Eqwra yàg tòv åßgòv μέλομαι βρύοντα μίτραις πολυανθέμοις ἀείδειν. Mehr im Sinne der Personification ist, wenn von Pind. Nem. 7, 15 die Μναμοσύνα als λιπαράμπυξ bezeichnet wird. Komisch wird von Parolles bei Shaksp. All's well 1, 1 (Del. p. 19) der Jungfräulichkeit eine altmodische Mütze zugeschrieben: Virginity, like an old courtier, wears her cap out of fashion. Vgl. Lenau, Albigenser p. 152: der Krieg, der wilde, rennt und schnaubt durch's Land, er hat den Himmel sich aufs Haupt gesetzt als eine Scharlachmütze. Vgl. Dekker, Old Fortunatus (angeführt von Elze in den Jahrb. der deutschen Shakespeare-Gesellschaft 2 p. 364): I set an idiot's cap on virtue's head, turn learning out of doors, clothe wit in rags, and point ten thousand images of loam in gaudy silken colours.

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Als eine Bekleidung des Gesichts kann die Maske angesehen werden; durch sie personificirt Shakspere den Morgen, den Tod, die Rangordnung, die Verschwörung: Sonn. 33 (Del. p. 133) the region cloud hath mask'd him from me now (den Morgen). Henry IV II, 1, 1 (Del. p. 17) I ran from Shrewsbury, my noble lord, where hateful death put on his ugliest mask, to fright our party. Troilus 1, 3 (Del. p. 27) degree being vizarded, the unworthiest shows as fairly in the mask. Jul. Caes. 2, 1 (Del. p. 38) O Conspiracy! sham'st thou to show thy dangerons brows by night, when evils are most free? O! then by day, where wilt thou find a cavern dark enough to mask thy monstrous visage?

Naturgegenstände und Abstracta werden personificirt, indem ihnen ein Gürtel zugeschrieben wird. Dem Mythus gehört an, dass Helios von Eur. Phoen. 195 nagósavos genannt wird. Vgl. Orph. fr. 7, 17 (Herm. p. 464). dem Oceane als dem Gürtel für Neptunus Hüften spricht

Von

Shaksp. Henry IV II, 3, 1 (Del. p. 60): to see the beechy girdle of the ocean to wide for Neptune's hips, vgl. Antip. Sid. 83, 3 (Jac. Anth. 2 p. 29) ahavolo KogivJov. Wie die Aphrodite einen Gürtel trägt, vgl. Leont. 10, 1. 2 (Jac. Anth. 4 p. 75) Οὔνομ ̓ ἔχεις Λιβάνου, Χαρί των δέμας, ήθεα Πειθούς, παρθένε, καὶ Παφίης κεστὸν vñèn layóvwv), der in Freya's Zaubergürtel wiederkehrt, vgl. Geibel, Brunhild p. 27: Wen Chriemhild nimmt, den reizt kein ander Weib und ob's auch Freya's Zaubergürtel trüge, so auch die Grazien, vgl. Hor. carm. 1, 30, 6 solutis Gratiae zonis, siehe jedoch Hofman - Peerlk. Vgl. Schiller, die Erwartung: Der Gürtel ist von jedem Reiz gelöst. Reine Personification ist in εovos nevia Plut. Pel. 3. Göthe, Hans Sachsens poetische Sendung, sagt von der Ehrbarkeit: Ihr Gürtel ist ein gülden Band. Ovid. Amor. 1, 9, 41 discinctaque in otia natus. Vgl. noch Shaksp. Makb. 5, 3 (Del. p. 114) he cannot buckle his distemper'd cause within the belt of rule.

Die Fussbekleidung, rédiλov, erscheint in den Epithetis χρυσοπέδιλος, εὐπέδιλος, ἁβροπέδιλος, welche unter andern der Eos (Sapph. fr. 21 Bergk), der Iris (Alcaeus fr. 9), dem Eros (Meleag. 21) beigelegt werden. Vgl. xovocoσávdalov χρυσεοσάνδαλον ivos der Pieriden bei Eur. Iph. A. 1042. Nonn. Dion. 2, 25 ίκετο Νίκη ἠέρος ἄκρα κέλευθα διαγράψασα πεδίλῳ. Eine geniale Personification ist in den Worten des Cratinus bei Meineke, fr. com. 2 p. 57: Awqoi ovxorédilɛ (feigenholzsolige Doro, Göttin der Bestechlichkeit). Der Cothurn der Tragödie bei Ovid. Amor. 3, 1, 14: Lydius alta pedum vincla cothurnus erat. Von der Gnade Geibel, Juniuslieder p. 376: Aber neben den Hochherdräuenden wie Mond durch Nächte, wandelt auf schwebenden Sohlen die Gnade. Vgl. Möricke, Gedichte p. 234: Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden, geht endlich arm, verlassen, unbeschuht. Geibel, Juniuslieder p. 140: Auf leisen Sohlen über Nacht kommt doch der Lenz gegangen. Lenau, Gedichte 1 p. 163: Mit den rauhen Sohlen tanzt nun auch der Winter frisch auf den Gräbern etc.

Bei Pindar heissen die κίονες αδαμαντοπέδιλοι, Prosod. fr. 1. (Dissen).

49. Eréqavos und Composita, corona, garland. Ὅρμος, δακτύλιος, σκῆπτρον.

Ein von den Dichtern oft erwähnter Schmuck ist der

Kranz. Die Epitheta εὐστέφανος, ἰοστέφανος, χρυσοστέφαvos sind sehr häufig für Göttinnen. Von Naturerscheinungen tragen Kränze die Flussgötter: dem Ismenus ruft der Chor bei Eur. Herc fur. 781 zu: Ισμην ̓ ὦ στεφανοφόρει. Der liebende Alpheios trägt der Arethusa Kränze und Blumen zu, so in dem Epigr. 21 bei Jac. Anth. 4 p. 114: uegóεis Ahφειέ, Διὸς στεφανηφόρον ὕδωρ. Mosch. Id. 7, 1 Αλφειός, μετὰ Πῖσαν ἐπὴν κατὰ πόντον ὁδεύῃ, ἔρχεται εἰς ̓Αρέθοισαν ἄγων κοτινηφόρον ὕδωρ, ἕδνα φέρων καλὰ φύλλα καὶ avea nai zóviv igav. Sil. Ital. 14, 53 hic Arethusa suum piscoso fonte receptat Alpheon sacrae portantem signa coronae. Vgl. Jac. Anth. 11 p. 279. Sonst tragen die Flussgötter Schilfkränze, wie Tiberinus, Mincius, Acis, Achelous: Virg. Aen. 4, 34 et crines umbrosa tegebat arundo (des Tiberinus), ibid. 10, 205 velatus arundine glauca Mincius. Ovid. Met. 13, 894 incinctus iuvenes flexis nova cornua cannis (Acis), ibid. 9, 1 inornatos redimitus arundine crines (Achelous), vgl. 100. Vom Himmel sagt Const. Manass. Chr. 103: τὸν οὐρανὸν εὐστέφανον τοῖς ἀστρασι γενέσθαι. Von der Sonne sagt Rückert, Gedichte p. 591: Aufsetzet sie dann festlich den Abendwolkenkranz. Von der Erde sagt Hor. carm. saec. 29: fertilis frugum pecorisque tellus spicea donet Cererem corona. Vgl. Geibel, Juniuslieder p. 141 von der Erde: Sie flicht sich blühende Kränze ins Haar und schmückt sich

mit Rosen und Aehren. Bei Oppian. cyn. 1, 462 εὐστέφανοι λειμώνες. Personificirend ist lootéqpavos für Athen in der berühmten Stelle Pindars, dithyr. fr. 4 (Dissen): ai tε λιπαραὶ καὶ ἰοστέφανοι καὶ ἀοίδιμοι, ̔Ελλάδος ἔρεισμα, κλει ναὶ ̓Αθῆναι, δαιμόνιον πτολίεθρον.

2. Wie die Hebe zovoooτégpavos heisst bei Hesiod. theog. 17, Pind. Ol. 6, 58, Pyth. 9, 109, so werden in einem Skolion (Ilgen carm. conv. Gr. p. 4) die oa otepavogógo erwähnt, womit Pindar Ol. 13, 17 2αι πokvárdeμoi zu vergleichen ist. Bei Hesiodos kränzen die Horen die Pandora mit Frühlingsblumen, op. 74 ἀμφὶ δὲ τήνγε Ωραι καλλίκομοι

στέφον άνθεσιν εἰαρινοῖσιν. Der Frühling erscheint kranztragend als Person, Anacreont. 56, 1 (Bergk) otεqavoqóqov μer' ngos. Ovid. Met. 2, 27 verque novum stabat cinctum florente corona, zu vergleichen Pind. Pyth. 4, 64 gorvizavéμov йoos azu. Rückert, Gedichte p. 237: Und sie freut sich meiner Liebesblüthen, wie der Kränze, die der Lenz ihr bietet. Ibid. p. 581 sagt die Rose: Als ich im Kranz des Frühlings werde blühen. Ibid. 575 vom Frühlinge: Wie schmückt mein scheidender Freund sich schön mit bunten Blumensternen! Vom Sommer sagt Ovid. Met. 2, 28: stabat nuda aestas et spicea serta gerebat. Vom Herbste Geibel, Neue Gedichte p. 125: Gönne dem Herbst zum Eigenthum den blassen Kranz doch, der ihn schmückt. Der Tag ist mit Putz und Tand beschäftigt in der herrlichen Stelle Shaksp. K. John 3, 3 (Del. p. 59): the sun is in the heaven and the proud day, attended with the pleasures of the world, is all too wanton and too full of gawds to give me audience. Vgl. Geibel, Neue Gedichte p. 47: Weil ich ein Rosenblatt aus deiner Tage Kranze entrissen sinken sah in meines Lebens Bach. Von der Nacht Rückert, Gedichte p. 415: Nacht, Allmutter des Lebens, ich preise dich, herrliche Göttin, Königin, keine, wie du, kränzet mit Sternen ihr Haupt. Von den Stunden und dem Jahre: Göthe, Tasso p. 179: Wo sind die Stunden, die um dein Haupt mit Blumenkränzen spielten? Rückert, Gedichte p. 599: Und dreschen in den Scheunen des Jahres Aehrenkranz.

3. Die Musen lieben und haben Kränze, welche die Poesie bedeuten, vgl. Pind. Nem. 7, 77, Mitscherlich zu Hor. carm. 1, 26, 8. In diesem Sinne sagt Antip. Sid. 70 (Jac. Anth. 2 p. 25) von der Sappho: as μetà IIεdà éлλεn' àεíCwov Iliεgidav σtéqpavov. Propert. 3, 1, 19 mollia, Pegasides, vestro date serta poetae. Hor. carm. 1, 26, 6 o quae fontibus integris gaudes, apricos necte flores, necte meo Lamiae coronam, Pimpleï dulcis. Vgl. Lucret. 1, 927 avia Pieridum peragro loca iuvatque novos decerpere flores insignemque meo capiti petere inde coronam, unde prius nulli velarint tempora musae. Einen mythischen Charakter trägt Ninn oτeqavopógos in den adesp. Byz. 19, 3 (Jac. Anth. 4

p. 105), ein Anonym. tr. fr. 216 (Wagner) hat otɛqavogógov Eigávav, vgl. Tibull. 1, 10, 67 at nobis, Pax alma, veni spicamque teneto, wie Ceres bei Theocr. 7, 153 Garben und Mohn in beiden Händen trägt. Reine Personification ist in Shaksp. Haml. 5, 2 (Del. p. 145) as peace should still her wheaten garland wear. Den Hochzeitskranz bei der Vermählung des Peleus und Thetis flicht Peitho bei Coluth. 28 (O. Jahn, Peitho p. 12): καὶ στέφος ἀσκήσασα γαμήλιον vε Пεá. Von der Ehrbarkeit sagt Göthe, Hans Sachsens poet. Sendung: Hätt' auf dem Haupt einen Kornährkranz. Geibel, Gedichte und Gedenkblätter p. 32: Die Freuden, die rosigen Tänzerinnen, mit Kränzen und Fackeln', mit Spiel und Gesang, wie fliehn sie auf schimmernden Sohlen. von hinnen. Vgl. Göthe, Elpenor p. 378: Nicht jede Hoffnung, die im strengen Winter mit Frühlingsblumen uns das Haupt umwindet, vom Blüthenbaum aus reichen Früchten lächelt. Man bemerke noch Eur. Bacch. 374 naoà xahλιστεφάνοις εὐφροσύναις, womit Simonides fr. 150, 2 κισσοφόροις ἐπὶ διθυράμβοις zu vergleichen.

Anderer Schmuck ist das Halsband, das Geschmeide, der Fingerring, das Scepter, die Krone. Die Pandora trägt ein goldnes Halsband, Hesiod. op. 73 ἀμφὶ δέ οἱ Χάριτές τε θεαὶ καὶ πότνια Πειθώ όρμους χρυσείους έθεσαν χροΐ. Rückert, Gedichte p. 228: Der Morgenthau verstreut im Thale sein blitzendes Geschmeide. Der Demos, von Aristophanes als Person, namentlich als Greis dargestellt, trägt einen Fingerring: eq. 946 οὐκ ἔσθ' ὅπως ὁ δακτύλιος ἐσθ ̓ αὑτοσὶ οὑμός· τὸ γοῦν σημεῖον ἕτερον φαίνεται, ἀλλ' ἢ οὐ καθορῶ. L. Tieck, Fortunat p. 132: Und was soll mir die Herrschaft, da ich längst gesehn, dass Gold allein in jedem Land den Scepter führt? Fr. Rückert, Gedichte p. 415 von der Nacht: Aber zu mir auch reichet herab ein Schatten von deinem Herrschaftsstabe, womit Sterne du lenkest und Mond. Orph. h. 10, 25 Díσis oxyπtovyovóa. Mythisch hat Hermes einen Stab, mit welchem er die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt treibt (zovoógóαлis), vgl. Il. 24, 343. Od. 24, 5. Orph. h. 58, 8. Hor. carm. 1, 10, 17; 24, 16. Stat.

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