Philosophische Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwicklung, Volume 1

Front Cover
Bey M.G. Weidmanns Erben und Reich, 1777 - Philosophical anthropology - 784 pages
0 Reviews
 

What people are saying - Write a review

We haven't found any reviews in the usual places.

Selected pages

Other editions - View all

Common terms and phrases

Popular passages

Page 332 - Es sind ohne Zweifel Empfindungen gewesen, welche die erste Gelegenheit gegeben haben, das Gesetz zu entdecken, aber es ist ein Raisonnement hinzugekommen, eine innere Selbstthätigkeit des Verstandes, von der jene Verknüpfung der Ideen bewirket worden ist.
Page 41 - Sie haben uns auf die Bahn gebracht, auf der wir auch die übrigen Arten von Vorstellungen kennen gelernt. Gehn wir auf sie zurück, und bemerken es da deutlich, wie die ersten Empfindungsvorstellungen während der Empfindung, und nachher die Einbildungen aus ihnen entstehen, so haben wir ein Ideal für die Untersuchung bey den...
Page 36 - Daher schreiben wir der Seele, nicht nur ein Vermögen, Vorstellungen in sich aufzunehmen (facultas percipiendi), eine Fassungskraft, zu, sondern auch ein Vermögen, sie wieder hervorzuziehen, eine Wiedervorstellungskraft, die man gewöhnlich die Phantasie oder die Einbildungskraft nennt."3) Die wieder hervorgezogenen ersten Empfindungsvorstellungen heifsen „Phantasmata
Page iv - Diese Methode ist die Methode in der Naturlehre; und die einzige, die uns zunächst die Wirkungen der Seele, und ihre Verbindungen unter einander so zeiget, wie sie wirklich sind...
Page xvii - Sinn, wenn nicht mehrere, doch ergiebigere Quellen zu Blendwerken , als bey dem äußern ; wogegen ich kein Mittel weiß, das wirksam genug wäre, um sich dafür zu verwahren, als die Wiederholung derselbigen Beobachtung, sowohl unter gleichen , als unter verschiedenen Umstanden, und jedesmal mit dem festen Entschluß vorgenommen, das, was wirkliche Empfindung ist, von dem, was hinzu gedichtet wird, auszufühlen, und jenes stark gewahr zu nehmen.
Page 385 - ... und zu den Gedanken gelange, daß es äußere Dinge gebe, die wir in uns durch unsere Vorstellungen erkennen? Die Vorstellungen sind für sich zwar Zeichen anderer Dinge, auf welche sie sich beziehen, aber sie sind es nun auch für uns. Wir stellen uns Sachen durch sie vor. Sie sind eine Schrift...
Page 273 - Philos. Vers. I, S. 46 ff. •) Philos. Vers. I, S. 262. •) Philos. Vers. I, S. 351 f. 4 ) Philos. Vers. I, S. 262, 280, 353. aber ein klares Gefühl, klare Empfindung, ein Gefühl, mit dem ein Unterscheiden der gefühlten Sache und seiner selbst verbunden ist. Gefühl und Gewahrnehmung sind die beiden Bestandteile des Bewufstseins."') — Danach ist auch Bewufstsein mehr als blofse Gewahrnehmung.
Page 149 - ... Ähnlichkeiten zwischen Vorstellungen aufzufinden und durch Assoziation Teilvorstellungen zu neuen Ganzheiten zu kombinieren. Assoziation ist für Tetens bloßes Phantasiegesetz bei der Vorstellungsreproduktion und enthält keine Beziehung auf eine wirkliche, nicht einmal eine poetische Ordnung (1o8 f.). "Die Dichtkraft kann keine Elemente, keinen Grundstoff erschaffen, aus Nichts nichts machen, und ist in so weit keine Schöpferkraft. Sie kann nur trennen, auflösen, verbinden, vermischen, aber...
Page 38 - Aus den Vorstellungen werden Ideen und Gedanken. Für sich sind sie diefs nicht. Das Bild von dem Mond ist nur die Materie zu der Idee von dem Mond. Es fehlet ihm noch die Form: die Idee enthält...
Page 17 - Ich kann mit Condillac und Bonnet auf eine lange Strecke fortkommen;" schreibt er, „aber auf den Stellen, wo sie von dem Gefühl und Empfinden zum Bewufstwerden oder zur Apperzeption und zum Denken überschreiten, und dieses aus jenem erklären, was einen der wesentlichsten Punkte ihres Systems ausmachet, da deucht es mich, die Phantasie habe einen kühnen Sprung gewagt, wo der Verstand, der sich über die Grenzlinien der Deutlichkeit nicht hinauswaget, zurückbleiben mufs.

Bibliographic information