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nommen.

hunderts oder in den ersten Jahren des dreizehnten geschrieben ist. Marsh (Orig. a. Hist. of the Engl. Language ... Lond. 1862) weiset Lazamon die erste Stelle nach dem letzten Theile der Sachsenchronik an.

Wanley (Hickes, Lingg. Sept. Thes. II. p. 237) gedenkt des Lazamon und giebt die Einleitung des Werkes nach der jüngeren Handschrift, Tyrwhitt (P. Works of G. Chaucer Lond. 1855 p. XXXII.) giebt aus dem älteren Texte acht Zeilen. ì'horpe hat aus beiden Rezensionen (Anal. A. - Saxonica p. 143 - 170) die Geschichte des Königs Lear und seiner Töchter abdrucken lassen. . Guest, Hist. of Engl. Rhythms II. 114-124 giebt Proben der Rhythmen Lazamons. Das ganze Werk Lazamons hat der hochverdiente Fr. Madden mit Einleitung, Anmerkungen, einer englischen Uebersetzung und einem sorgfältig gearbeiteten Glossar herausgegeben: Lazainons Brut or Chronicle of Britain, a poetical semi -saxon paraphrase of the Brut of Wace, now first published from the Cottonian Manuscripts in the British Museum .. by Sir Frederic Madden Lond. 1847. Die eine Handschrift, welche dem Beginn des dreizehnten Jahrhunderts anzugehören scheint, ist mit Kaligula A. IX. bezeichnet, und enthält auf den ersten 192 Blättern unser Gedicht in einer älteren Rezension; eine jüngere Rezension enthält die Handschrift, welche mit Otho C. XIII. bezeichnet ist. Die letztere wird in die Regierungszeit Heinrichs III. (1216 - 1272) gesetzt, obgleich die zeitliche Entfernung beider Handschriften grösser sein möchte, wenn man nicht zugleich den sprachlichen Unterschied von einander entfernter Oertlichkeiten mit in Betracht ziehen darf. Das Gedicht zählt in der älteren Rezension 32,241, in der jüngeren, welche im Jahre 1731 durch Feuer vielfach beschädigt wurde, etwa 29,960 Zeilen, von denen 2370 ganz verloren, gegen 1000 sehr verstümmelt sind. Beide Rezensionen sind in Maddens Ausgabe auf jeder Seite einander gegenüber gestellt. Der von uns ausgehobene Abschnitt mit Parallelisirung beider Rezensionen ist aus Maddens Ausgabe vol. II. 152 - 178 (v. 13785 — 14395) ent

Die Sprache Lazamons steht hinsichtlich ihres Wortschatzes bereits unter dem Einflusse des Normannisch - Französischen. Indessen enthält der ältere Text nur etwa 50 französische Wörter, von denen sich gegen 30 im jüngeren Texte wiederfinden, welcher einige 40 andere hinzufügt. Die Versification Lazamons folgt keinem durchgreifenden Prinzipe, so dass allitterirende Stanzen mit reimenden oder häufig auch nur assonirenden von ungleicher Ausdehnung mit einander wechseln, oder auch Allitteration und Reim sich mit einander verbinden oder beide fehlen. Auch ist die Ausdehnung der Zeilen ungleich, obwohl die kürzeren vorherrschen. Allitteration scheint im Ganzen zu überwiegen. Die hier schon häufige Assonanz statt des Reimes findet sich auch oft in anderen und späteren Dichtungen wieder.

Was die Orthographie der von Madden diplomatisch genau wiedergegebenen Handschriften betrifft, so zeigt sie sich im Unterschiede von der des Orm in hohem Grade ungleichartig und unsicher, hinsichtlich der Konsonanten mehr noch im jüngeren Texte. Misslich sind in der mittelalterlichen Litteratur kritische Versuche, welche die Herstellung des Urtextes anstreben. Gehört doch die Unsicherheit der Orthographie selbst zu den charakteristischen Merkmalen einer beginnenden litterarischen Periode. In wie weit die Unart der Schreiber, wodurch Worte geradezu entstellt und verkrüppelt oder unaussprechbar werden, durch die Wortkritik zu heben ist, lässt sich kaum bestimmen. Im älteren Texte Lazamons finden wir schon, ausser der vielfach wechselnden Vokalisation, den Wechsel besonders auslautender 8, d und t, ein vorgesetztes h (cf. v. 13856), Vertauschungen und Ausfall des ursprünglichen h, wie in dohter, dogter, docter, dochter, douter; ahte, azte; 8 neben sc, sch, wie clærcsipe neben kenscipe, kenschipe; u, v neben f, wie in uorme, forme, auerde, aferde, avunde, afunde; Vertauschung der Gutturale, wie in dræne, drench; dringes, dringches; die auffallendere Verwendung des h für , in dædsih, forh, doh u. a. für dædsit etc. þ und M für h, in bihepte neben bihehte, bipošten neben bipohten, bi808te neben bisohte; sogar st für ursprünglich ht wie in miste (II. 360), mistie (1. 3 j. T.) u. v. a. was in dem jüngeren Texte noch viel weiter geht. Nur in einzelnen Fällen werden wir uns eine Umgestaltung der alten Texte überhaupt gestatten, namentlich da, wo Grund ist anzunehmen, dass die Schriftzüge für verschiedene Laute einander angeglichen sind, wie wir denn st für ht oder zt nirgend im modernen Drucke für berechtigt halten, Dittographien u. dgl. m. ohne Weiteres tilgen. Bei Lazamon folgen wir ausserdem der Analogie, wo sie in dem umfangreichen Werke durch die häufige Wiederkehr des korrekt geschriebenen Wortes gerechtfertigt erscheint. Vieles von dem, was wir in den Text aufgenommen, hat Madden bereits angedeutet. Unser Hauptaugenmerk ist die Deutung der Worte, das klare Verständniss der Rede, und demnächst die dadurch nothwendig herbeigeführte theilweise Veränderung der Texte.

MS. Cott. Calig. A. IX.

MS. Cott. Otho, C. XIII.

vol. II.

P. 152.

Vnder pan com tydinge
to Vortiger þan kinge
þat ouer sóé weren icome
swipe selliche gomes;

þreo sipes gode
i-come were mid þan flode,
þar on þreo hundred cnihtes,
alse hit were kempes.

13785 Vnder pan comen tiðende

to Vortiger þan kinge,
þat ouer sæ weoren icumen
swide selcude gumen;

inne pere Temese
13790 to londe heo weoren icummen;

þreo scipen gode
comen mid þan flode,
þreo hundred cnihten,

alse hit weoren kinges,
13795 wið uten þan scipen-monnen

Þe weoren þer wit innen.
bis weoren pa færeste men
þat auere her comen;

ah heo weore he ene, 13800 þat wes hærm þa mare.

Vortiger heom sende to,
and axede hu heo weoren idon;

zif heo grio sohten,
p. 153. and of his freond -scipe rohten?
13805 Heo wisliche andswerden,

swa heo wel eufen,

Þes weren pe faireste men
þat euere come here;
ac hii weren he pene
þat was harm þe more.

1

Die in unserem Texte abgedruckten 611 Verse des älteren Textes mit dem gegenübergestellten jüngeren entsprechen Wace's Brut v. 6860 – 7184 und ROBERT OF GLOUCESTER's Chron. p. 111 - 119 in HEARNE's Ausgabe. MADDEx hat die Verse in der Weise wiedergegeben, dass von je zweien, welche ein rhythmisches Paar bilden, der erste mit einem Doppelpunkt, der zweite mit einem Punkte schliesst. Wir haben dagegen durch Interpunktionszeichen die grammatische Gliederung angedeutet. Verkürzte Sylben, welche der diplomatisch getreue Abdruck MADDEN's mit ihren leicht zu deutenden Zeichen über den Buchstaben wiedergiebt, haben wir voll ausgeschrieben, das häufig wiederkehrende & durch and, þ durch þat ersetzt, das / im Anlaute, welches sich auch oft als Auslaut der Sylbe findet, ist überall durch s ersetzt. In dem von uns gegebenen Abschnitte citiren wir die Verse, sonst den Band und die Seite der Ausgabe von MADDEN; die in ( ) gegebenen Worte gehören dem jüngeren Texte an. 13785. Vnder pan. So wird häufig das afr. entre tant von Lazamos wiedergegeben, cf. 14247 und I. 274, 412, II. 150. R. of Gl. bat in gleicher Bedeutung ender pat p. 116. Das Afr, ist nicht etwa massgebend geworden, der Ausdruck ist ags. Hi på under pam hi nihtes bestalon þære fyrde etc. Sax. Chr. 876. Viðende (tydinge) cf. tipennde Oru, Ded. 158, 176, tidinge ist seltener im älteren Text, wo meist tiđende , tišinde , auch tidende vorkommen, wie neben altn. tidindi, tiðendi, dån. tidende. Tiding scheint dem Ags. zu fehlen; es gehört zu tidjan, nieders. tiding, vgl. schw. tidning, Zeitung, Nachricht. 13786. Vortiger, so 13801, 13825, 13885, 13939 u. oft, Vortigerne 13972, Vortigernes 13986, 13987 als Dativ und Genitiv, doch auch Vortigerne als Nominativ 13813, 14045. Vortegirnus bei Galfr. Monm. Vortiger R. OF GL. Gortheyrn, Gerthenau bei lysylio, ags. Hengest and Horsa from Vyrtgeorne geladode Sax. Chr. 449. Die Form Vortiger scheint mehrfach durch den Reim geschützt. 13788. selcude (selliche). Die beiden Adjektive sind gleichbedeutend: marrellous, strange, ags. selcưð, seldcůð, sellie, silic, seldlíc, rarus, mirabilis. gumen (gomes), men, ags. guma, pl. guman. 13789. inne pere Temese cf. Come to Kent R. OF GL. p. 111; mehrere MSS. des Brut bieten en Kent, eins a Sanguint. Le Roux giebt A un port vinrent 6861. Nach Sax. Chr. 12 a. A. kamen sie bei Ebbsfleet auf der Insel Thanet an's Land, s. Turner, Hist. of the A. - Saxons p. 151 Paris 1840. MADDEX, Notes IIL 352. 13790. icummen. icümen MS. Die Verdoppelung des m im Inf. und Partic. Pers. kommt öfter bei Laz. vor. 13791. þreo scipen (sipes) gode cf. ags. scip, pl. scipu, navis ; s für sc begegnet im jüngeren Texte häufig, wie in sal, sarpe, saft, senche, sende, silde, srud etc. 13793. cnihten (cnihtes), ags. cniht, pl. cnihtas.

13793- 13800 findet sich nicht bei Wace, die Zahl der Ankömmlinge ist sonst nirgend angegeben. 13794. (kempes), ags. cempa, pl. cempan, pugnator. 13795. scipen-monnen, sonst scip- men, scip - monnen im älteren Text, vielleicht auch hier scipmonnum zn schreiben. Dieser Dativ entspricht ags. scipmannum cf. wipputenn himm Oru Hom. 16700. 13797. pa tæreste men cf. Gent.. Od biax viaires et biax cors BRCT 6863. 13799. ah (ac). Beide sind schon im Ags. gebräuchlich. ac, ah, sed, ac. 13802. axede hu heo weoren idon. Das x in axede entspricht der gewöhnlichen Schreibung des W. bei Laz., selten ist sk wie in askede III. 171, ags. âscjan und axjan, interrogare. ha.. idon entspricht ganz dem ahd. wio getán, mhd. swie gelán, afries. huidên, dem gegenüber stehen ahd. mhd. 3ô getán, afries. sádén, afr. si fait und com fait, lat. qualis talis. Dem Agg. scheint diese Ausdrucksweise fremd. Das b. Laz. häufige wel idon giebt übrigens dem idon ebenfalls die Bedeutung der Beschaffenheit: Ure god wel idon 1. 230. Cnihtes wel idone I. 249. A wis mon and of alle pinge wel idon I. 301 cf. 14144, mhd. Der degen wol getân Parz. 333, 3. Ein ors vil wol getán 71, 30 und so häufig, mit Bezug auf Schönheit, Stattlichkeit und Vollkommenheit. 13803. grid, peace. ags. grid, pax. 13804. roh. ten, Prät. v. recchen, rehchen, reck, ags. hie ne rõhton päs CÆDX. 1319 Gr. A récan, rêccan, curare. 13806. co. den, Prát. v. cunne, ags. cúton v. cunan, scire, posse.

and seiden þat heo walden
speken wir þan kinge,

and leofliche him heren, 13810 and hælden hine for hærre;

and swa heo gunnen wenden
forð to pan kinge.
Þa wes Vortigerne þa king

in Cantuarie - buri, 13815 þer he mid his hirede

hæhliche spilede;
þer þas cnihtes comen
bi - foren þan folc - kinge.

Sone swa heo hine inetten, 13820 feire heo hine ignatten,

and seiden þat heo him wolden
hæren i pisse londe,
zif he heom wolde

mid rihten at-halden. 13825 þa andswerede Vortiger,

of elchen vuele he wes war;

An alle mine line p. 154. Þe ich iluued habbe,

bi dæie no bi nihtes
13830 ne sæh ich nauere ær. swulche cnihtes;

for eouwer cumen ich æm blide,
and mid me ze scullen bilæfuen,
and eouwer wille ich wulle drizen,

bi mine quicke linen!
- 13835 Ah of eou ich wulle iwiten,

þurh soðen eouwer wurðscipen,
whæt cnihten ze seon,
and whænnenen ze icumen beon,

and whar ze wullen beon treowe, 13840 alde and æc neowe?“

peos comen to pan kinge,
and faire hine grette,
and seide þat hii wolde
him sarui in his londe,
zif vs þou wolle
mid rihte at-holde.
po answerede Vortiger,
þat of eche vuele he was war:
„In al mine Jifue
þat ich ileued habbe,
bi dai no bi nihte
ne seh ich soche cnihtes;
for zou ich ham blipe,
and mid me ze solle bi - lefue.

Ac forst ich wolle wite,
for zoure mochele worsipe,
wat cnihtes beo zeo,
and wanene zeo i-comen beo?“

13807. walden, would. Diese Form kommt neben wolde, wolden häufig im älteren Text vor cf. 13168. 13809. heren, obey, ags. húran, hêran, audire, obedire, cf. hæren 13822, hiren 14151. 13810. hælden, sonst auch halden, hold, ags. healdan , altn. halda. hærre, superior, master, lord, ags. hearra, herra , altn, harri und herra, princeps, dominus. 13814. Cantuarie-bari, Canterbury, ags. Cantraraburh cf. Dedens Cantorbire BRUT 6863. po kyng was po at Canterbury R. OF Gl. p. 111. 13815. hirede, court, cf. hird, hirrd bei Ory, ags. hiréd, familia. 13816. hæhliche spilede, highly (nobly) played (diverted himself) cf. Ert cel jor Dedens Cantor. bire à sojor BruT 6867. Spelien, spilien entsprechen sonst bei LAZAMOx dem ags. spelljan, altn. spjalla, sermocinari, loqui; hier entspricht spilede dem ags. spiljan, jocis vacare, ahd. spilớn, nhd. spielen, schw. spela. 13820. igrætten, greeted, saluted, ags. gegrétan, gegrètte, gegrêted, salutare, alloqui. Statt der Verse 13820 — 13340 beschränken sich Wace und ROB, OF GLOUCESTER auf die Erwähnung, dass der König namentlich die beiden hervorragenden Brüder erblickt und fragt, woher sie kommen. 13823. (zif) zi/ MS. j. T. 13824. at-halden, retain, maintain, sonst withhold. Cf. Ah neošeles ich wuile eou at - hælde an mine anwalde 13949 (II. 159). He heom wolde on londe leotliche al-halden, scipien heom mid londe, mid seoluere and mid golde II. 416. Das Kompositum mit at scheint dem Ags. fremd, im Altn. begegnet das Subst, athald, impedimentum, coercitio, s. Note zu 13949. 13826. of.. war, eine gewöhnliche Charakteristik des Königs, cf. 13886 (II. 156), 14344 (11. 176), cf. ags. cür, cautus, c. gen. 13827. liue (lifue). iliue MS. ags. lif. Das rorgesetzte i hat offenbar keine Begründung cf. 13:57. 13828. iluaed (ileued). Im älteren Text stehen luuien, liuien, leouien, leofuen neben einander, im jüngeren Texte wechseln die Vokale eo, e und i in diesem Verbum, ags. lisjan, lyfjan, leo/jan, vivere, das Kompositam gelifjan bei Bosw. 13829. bi dæie no bi nihtes. Der jüngere Tex: hat die Singulare dai.. nihte cf. Bi dæie and bi niht I. 169. So verbinden sich auch die zwei Plurale Bi dazzess annd bi nihhtess Onu Hom. 6349. O dagjess annd o nihhtess 402. Doch kommt auch die Mischung beider Zahlformen vor: Both hy nyhtes ant by day HexdyNG 91 (Rel. Ani. 1. 111). 13831. for.. cumen, als Dativ von cume, come, ags. cyme, Dativ cyme, adventus. f here cume I. 233 (of hire comen jüng. Text) cf. liuen 13834, ags. li), Dativ lije. (ham) f. am cf. (his) f. is 13852, 13856, (hende) f. ende 13851. 13832. bilæfuen, remain, sonst auch: leave; so steht bei Oru bile fenn für beide Begriffe, ags. belajan, relinquere, belifan, manere. 13833. drisen, perform, sonst auch suffer; drezhenn Oru, ags. dreogan, pati, perficere cf. 14176. 13836. þurh, per, wohl im Sinne der Betheuerung. 13837. whæt. whahat Ms. ze seon entspricht dem ags. Konjunktiv síen, sín, wie die bei Laparos und Oru vorkommenden Konjunktivforinen seo, si (auch imperativisch) dem ags. seó, sê, síe; auch der Plural des Indik. sinndenn bei ORM, sunden, sonden, sunde bei LazarOn, sind auf ays. sindon gegründet. Anomal sind dagegen we .. 8200 im Reime 13:46, we sunded II. 618, hit sunde als Konj. II. 597. 13838. Whænnenen (wanene), cf. whanene 13846, ags. hranan , hranon, auch hranone NICOD. 4, 13839. Whar, sonst auch whær, in der Form wher, Jahrhunderte lang üblich geblieben, bei Oem wheppr, ist das verkürzte ags. hrüđer, utrum, an.

po answerede þe oper
þat was þe elder broper:

Pa answerede þe oder
þat wes Þe aldeste broder:

Lust me nu, lauerd king,

and ich be wullen cučen 13845 what cnihtes we beoo,

and whanene we icumen seot.
Ich hatte Hengest,
Hors is mi broðer;

we beoo of Alemainne, 13850 aţelest alre londe,

of þat ilken ænde

Þe Angles is ihaten. p. 155. Beoo in ure londe

selcude tiðende: 13855 vmbe fiftene zer

þat folc his isomned
al ure ledene folc,
and heore loten werpeð;

yppen þan þe hit falet, 13860 he scal uaren of londe;

bilæuen scullen þa fiue, þa sexte scal fort lite ut of pan leode

to uncute londe;
13865 ne beo he na swa leof mon,

uorð he scal liten.
For þer is folc swito muchel,
mære þene heo walden;

pa wif fareð mid childe 13870 swa þe deor wilde;

æneralche zere

Ich hatte Hengest,
Hors hatte min broper;
We beop of Alemaine,
of one riche londe,
of þan ilke hende
þat Englis his ihote.
Beoþ in vre londe
wonder Þinges goude:
bi eche fiftene jer
þat folk his i-somned,
and werpeþ þare hire lotes,
for to londes seche
vp wan þat lot falleḥ,
he mot neod wende;

ne beo he noht so riche,
he mot lond seche.

For þe wifues goþ þare mid childe
alse Þe deor wilde:

euereche zere

13843. Last, listen; bei LAZANON lautet das V. lusten, bei ORM lisstenn, ags. hlystan, hlistan, audire. 13844, caden, shew, bei Oru kipenn, ags. cydan, nuntiare, enuntiare. 13847. Ich hatte, ags. ic hätte, vocor. Hengest, Henges MS. Im M8. wechseln Henges, Hænges und Hengest, ags. Hengest, wie überall ursprünglich geschrieben sein wird. Die Namen der beiden Führer nennt BEDA 1, 15, GALFR. Monu. 6, 10 u. a. 13849. of Alemainne. Einfaches und doppeltes n wechseln in diesem Worte öfter. De Saisone .. venon BRUT 6889. Of Sazonie we bep ybore, þat of Germanye ys R. of Gl. p. 111. Saxonia tellus edidit nos, una ex Germania regionibus Galle. MONA. A Germania NENNIUS cf, Inne Saxe-londe, and inne Alemaine 14340. 13852. Angles (Englis). Im Ags. ist Angel, Ongel, Engel als Landesname, Anglia, gebräuchlich; als Volksname kommt ags. Engle und Englan im Pl. vor. 13854. selcude tiðende (wonder pinges goude). Tidende bezeichnet hier Begebnisse, Ereig. nisse in Bezug auf Sitten, Gebräuche: Hit beoð tidende inne Saxe - londe 14325 (II. 175), wofür nachher lazen 14339 steht. So wird das altn. tidendi f. res gebraucht, megintidindi, res graves. Die Worte wonder pinges goude (wofür der Text den Druckfehler gonde bietet), übersetzt MADDEN: many good things, wohl richtiger ist wondrously good things, so dass wonder mit goude anmittelbar syntaktisch verbunden wird, cf. þat feht wes wnder strong 1. 74, ags. Fyrm rundrum füger Puex. 232 Gr., oder man verbinde wonder - penges, res mirabiles, wie ags. vundor - beácen, rundor - bleó U. 2. pinges, penges MS. Diese Form scheint dem Texte sonst fremd cf. 13972. 13855. WacE sagt: Quant nostre gent est tant créue Que li tere est trop vestue, Li prince qui les tères ont Tos les jenes asamblé font Qui de quinze ans sunt et de plus, Si com il est costume et us; Tot li millor et li plus fort Son mis fors del païs, par sort Beot 6907. R. OF Gl.: pe maner ys of pilkc lond, þat wen per ys forø ybrozt So muche folk of men, þat po lond may susteyne nozt, po heye men of po lond schulle com bifore pe kyng, And alle po zonge men of be lond lete bifore hym brynge. Þe strengeste me schal bi choys and bi lot al so Chese out, and sende in to oper lond, here beste forto do p. 111 mit Anschluss an GaLFR. MONM. 6, 10. LAZAMON konnte wohl den afr. Text nicht missverstehen; der Grund seiner Abweichung ist nicht nachzuweisen. vmbe, after. 13856. his isomned. hi isomned M8. ä. T. MADDEN vermuthet is isomned; doch ist das vorgesetzte unberechtigte h auch dem älteren Texte nicht ganz fremd, cf. is hem I. 347 (@m, eam, uncle) it his I. 374 u. a., ags. gesamnjan, convocare. 13857. ledene folc. iledene f. MS. sonst leod folk, leode folk, wie leodenking , leodeneking. Þa leden II. 40 und öfter. Das i (ags. ge) ist hier ebenso unberechtigt wie oben 13827. 13858. loten werpeð cf. ags. Vurpon hlot Matil. 27, 35. Vurpon hlotn Loc. 23, 34. Hlotu vurpon Marc. 15, 24. (for to) fo to MS., for to conj. MADDEN.

13859. vppen pan Þe (vp wan) etc., upon whom it falls. Þan pe entspricht der age. Verbindung se, seó, pät mit be im Relativsatze. faled, faled M8. Die Vertauschung der Züge d und O ist allerdings nicht selten, doch kehrt die berechtigte Form zu häufig wieder, um sie nicht überall herzustellen. (op) ut MS. ep conj. Maddex. 13862. lide cf. liden 13866, ags. lidan, ferri, ire. 13864. uncude, wie MADDEX conj. ucude MS. 13868. walden cf. 13807. 13869. fareð mid childe (gop.. mid ch.) cf. Iwerd hire mid childe (was mid childe) I. 12 Märzner, Gr. 2, 1, 410. Car li anfant plus espès naissent que les bestes qui a camp paissent BRUT 6919.

hii goś mid childe pere.
þat lot on vs ful
þat we faren solde;
ne moste we bi - lefue
for life ne for deaþe.

pus hit fareþ þere,
þar fore we beop nou here.

Nou þou hauest ihord, louerd king,
soð of vs and no lesing.
po saide Vortiger,
þat was wis and swipe war :

heo bered child mere.
pat beof an us feole

þat we færen scolden;
13875 ne mihte we bilæue,
p. 156. for liue ne for dæde,

ne for nauer nane þinge,
for þan folc-kinge.

Þus we werden þere, 13880 and for þi beoð nu here,

to sechen vnder lufte
lond and godne lauerd.
Nu þu hæfuest iherd, lauerd king,

soo of us þurh alle þing. 13885 pa answærede Vortiger,

of alcan vfele he wes war;

Ich ileue þe, cniht,
þat þu me sugge sot riht;

and wulche beoð æoure i - Jeuen 13890 þat ze on ileued,

and 'eoure leofue godd
Þe ze to luted?
þa andswarede Hængest,

cnihtene alre fæirest, 13895 nis in al pis kine - lond

cniht swa muchel ne swa strong:

We habbet godes gode, p. 157. Þe we luuiet an ure mode,

þa we habbet hope to,
13900 and heoreð heom mid mihte.

Þe an hæhte Phebus;
þe oder Saturnus;

And woche beoþ zoure bi- leue
þat zeo an bj - lefeþ.

We habbep godes gode,.
þat we louieț in mode.

pe on hatte Phebus ;
þe oper Saturnus;

13872. bereð child, ags. Hió bere sunu Math. 1, 21 Rusw. statt ceně sunu. 13873., beod. . feole (lot.. fal). Für beoð möchten wir lot schreiben, seole als Präteritum würde näher als ful den ags. seóll, feól entsprechen, weniger dem Particip. feallep. Sonst hat LAZAMON bi - uallen, 'ualle. 13876. for liue etc. cf. Nulle we be bilæuen for liue ne for dæden I, 403. 13878. for pan folc-kinge gehört nicht in die Reihe der übrigen präpositionalen Glieder, sondern bezieht sich auf die den Inhalt des negativen Satzes bedingende Person, während die anderen Glie: der das negirte Hinderniss enthalten. 13880. for þi (þar fore) gleichbedeutend, for þi ags. for cf. 13916. þarfore schon bei Orm. Þærfore sezzde zho piss word Hom. 2431. 13881. vnder lufte, st lufte hat MADDEN lufte, wohl Druckfehler. Dem Ags. gel. ist under lyfte Andr. 420, ELENE 1271, Gutul. 91, 733 Gr. 13883. king.. ping. Kig .. þig Ms. Þarh alle ping, cf. Warnede Edwine þene king æuer þurh alle ping III. 231 in jeder Besiehung. (lesing), ags. ledsung, mendacium, fallacia. 13886. alcan. qlc an MS. MADDEN bemerkt mit Recht Gh. Rem. p. 487, dass hier und 14593 die getrennten Sylben zn verbinden sind als Dativ von welc cf. 13826. Der Dativ von an würde im älteren Texte wohl ohnehin ane lauten müssen. (wis and swipe war). Cf. Brutus wes swiße war, for wisdome him fulede 1, 63. He wes wis and swide iwar (swipe wis and war) I. 310, 365 und öfter. Aehnliche Verbindungen findet man auch sonst: He wes wis on his word, and war on his werke Prov. OF K. ÆlFr. 21 Rel. Ant. J. 170. 13887. Ieh ilene, ags. ic gelé je, (gelise, gelyle). 13888. sugge. Seggen, siggen, suggen stehen bei LAJAYON neben einander f. ags. secgan, seggan, altn. segja , præs. sige. Hinsichtlich des Konj. vgl. age. Je gelyfe pät hit from gode cóme CÆDM. 679 Gr. Soð riht, vielleicht so$ and rikt, cf. Hit is suthe strong to fiște Azen soth and agen rizte OWL A. NIGHTING. 667. Sop annd rihht to režzsenn Orx Hom. 16141, doch auch: Mid rizte sothe OWL A. NIGHTING. 264. Das Ags. verbindet oft sô8 and riht: Healdað sôở and riht Guth.. 782 Gr., Ps. 111, 6. 13889. æoure i - leuen. coure wie eoure 13891. i-leuen ist die Mehrzahl von ags. geledfa, fides cf. 13943 und Alle ure laue nuus sunde laðe II. 279. 13892. luteð luted MS., cf. Luton him Marc. 3, 11, Rusw. für tôforan him astrehton. 13893. Hængest. Hænges MS. 13895 - 96. Diese Verse sind parenthetisch zu fassen. kine - lond, wie kinedom, kineriche, kinepeode gleich kingdom, ags. cymedôm, cymeríce neben cyningdóm, cyningrice. 13899. hope to. Die Konstruktion des Begriffes der Hoffnung mit to ist früher nicht häufig, cf. Hope o drihhtin Orm Hom. 3516. Iss pin hope o Godd 7975. Habbenn .. hope onn himm 2777, ags. Þâ hopjendan on þe Ps. 16, 8, doch auch : pät ve hopjan tố gode Boeth. 42, vgl. auch tóhopjan v., tóhopa s. 13900. heoreð wie hæred, hered. mid. mid mid MS mid mihte wie ags. meahtum, vehementer, valde. 13901 sqq. LAZAMOx nennt die Götter Phebus, Saturnus, Woden, Jupiter, Mercurius, Appollin, Teruagant, denen er die Göttin Fræa hinzufügt. Wack in Brut. 6931 sqq. nennt Fébus, Saturnus, Jupiter, Mercurius und Frée. Galyb. MONM, zählt anf Saturnus, Jupiter, Mercurius, Frea 6, 10. Woden wird von GALFR. MON), und Wace als heimischer Name des Mercurius binzugefügt, wie von R. OF GL. p. 112, welcher den Mercurius , Saturnus, Jupiter und Venus als Frie aufführt. Galfr. Monu. erwähnt noch cæteros qui mundum gubernant und WACE: Altres Der avons nous pluisors Brut 6933. LAZAMON, welcher den Woden nicht mit einem der genannten Götter identificirt, ergänzt die Götterreihe durch Namen, welche d. afr. Romantik als Heidengötter angehören. hæhte (hatte). Im A gs. stehen hûtte, hætte, als Präs. cocor; hæhte entsprácbe eher ags, heht, het in aktiver Bedeutung als Präteritum. LAJANON vertauscht die Formen.

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