Versuch schweizerischer Gedichte

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Page 157 - Ja, alles, was ich seh, sind Gaben vom Geschicke! Die Welt ist selbst gemacht zu ihrer Bürger Glücke, Ein allgemeines Wohl beseelet die Natur, Und alles trägt des höchsten Gutes Spur!
Page 199 - Eh als das Schwere noch den Weg zum Fall gelernet Und auf die Nacht des alten Nichts Sich goß der erste Strom des Lichts, Warst du so weit als itzt von deinem Quell entfernet. Und wann ein...
Page 210 - Lieb und Traurigkeit verwirrt, Wie sie, ergötzt an Trauerbildern, In Kummerlabyrinthen irrt ! Ich seh dich noch, wie du erblaßtest, Wie ich verzweifelnd zu dir trat, Wie du die letzten Kräfte faßtest, Um noch ein Wort, das ich erbat. O Seele, voll der reinsten Triebe, Wie ängstig warst du für mein Leid ! Dein letztes Wort war Huld und Liebe, Dein letztes Tun Gelassenheit.
Page 198 - Tag' und Menschen Augenblicke. Vielleicht die tausendste der Sonnen wälzt itzt sich, Und tausend bleiben noch zurücke. Wie eine Uhr, beseelt durch ein Gewicht, Eilt eine Sonn, aus Gottes Kraft bewegt; Ihr Trieb läuft ab, und eine zweite schlägt, Du aber bleibst und zählst sie nicht.
Page 212 - War meine Lust, und ist mein Schmerz. Ach! herzlich hab ich dich geliebet, Weit mehr, als ich dir kund gemacht, Mehr als die Welt mir Glauben giebet, Mehr als ich selbst vorhin gedacht. Wie oft, wann ich dich innigst küßte, Erzitterte mein Herz, und sprach: Wie! wann ich sie verlassen müßte! Und heimlich folgten Tränen nach.
Page 201 - Vollkommenheit der Größe! Was ist der Mensch, der gegen dich sich hält! Er ist ein Wurm, ein Sandkorn in der Welt; Die Welt ist selbst ein Punkt, wann ich an dir sie messe.
Page 19 - Ihr Schüler der Natur, ihr kennt noch güldne Zeiten! Nicht zwar ein Dichterreich voll fabelhafter Pracht; Wer mißt den äußern Glanz scheinbarer Eitelkeiten, Wann Tugend Müh zur Lust und Armut glücklich macht? Das Schicksal hat euch hier kein Tempe zugesprochen, Die Wolken, die ihr trinkt, sind schwer von Reif und Strahl...
Page 210 - Um noch ein Wort, das ich erbat. O Seele, voll der reinsten Triebe, Wie ängstig warst du für mein Leid ! Dein letztes Wort war Huld und Liebe, Dein letztes Tun Gelassenheit. Wo flieh ich hin?
Page 184 - Wie ließest du nicht eh ein ewig Unding währen? Verborgen sind, o Gott, die Wege deiner Huld, Was in uns Blindheit ist, ist in dir keine Schuld. Vielleicht, daß dermaleinst die Wahrheit, die ihn peinigt, Den umgegossnen Geist durch lange Qualen reinigt Und, nun dem Laster feind, durch dessen Frucht gelehrt, Der Willen, umgewandt, sich ganz zum Guten kehrt; Daß Gott die späte Reu sich endlich läßt gefallen, Uns alle zu sich zieht und alles wird in allen.
Page 40 - Ein angenehm Gemisch von Bergen, Fels und Seen, Fällt nach und nach erbleicht, doch deutlich ins Gesicht, Die blaue Ferne schließt ein Kranz beglänzter Höhen, Worauf ein schwarzer Wald die letzten Strahlen bricht: Bald zeigt ein nah...

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